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Günter Eisinger: „Der finanzielle Schaden wäre viel höher, als manche denken“


Günter Eisinger und Ariane Friedrich (Foto: IRIS)

Für Hochsprung-Trainer Günter Eisinger wäre auch eine nachträgliche WM-Silbermedaille für seine Athletin Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) nur ein schwacher Trost in der aktuellen Dopingdiskussion um Olympiasiegerin Anna Tschitscherowa. „Wenn sich die Vorwürfe als wahr herausstellen sollten, sage ich: Traurig wäre für uns vor allem der ideelle Verlust. Die Freude beim Gewinn einer Silbermedaille bei einer Heim-WM ist nicht mehr zurückzugeben, das ist verloren", sagte Eisinger dem SID. Ariane Friedrich hatte 2009 in Berlin WM-Bronze gewonnen, unmittelbar hinter der Russin Tschitscherowa, die derzeit unter Dopingverdacht steht. Auch der finanzielle Schaden sei kaum zu ersetzen, so Eisinger weiter: „Der wäre viel höher, als manche denken. Im materiellen Bereich sind riesige Löcher gerissen worden, da fragt man sich schon, ob jemand bereit ist, die Verluste auszugleichen.“

Einem möglichen Ausschluss aller russischer Leichtathleten für Olympia in Rio blickt Eisinger mit gemischten Gefühlen entgegen. „Das Schlimme ist: Die sauberen Sportler würden darunter leiden. Denn Gott sei Dank ist es so, dass es in allen Ländern der Welt auch saubere Sportler gibt. Auch in Russland, davon bin ich überzeugt“, sagte er und fügte an: „Nach dem momentanen Kenntnisstand dürfte Russland nicht starten. Das ist wahnsinnig kompliziert.“ Gerade im Vergleich zum allgegenwärtigen Fußball habe es die Leichtathletik angesichts der Negativ-Schlagzeilen immer schwerer, so Eisinger. „Aber auch im Fußball sind Spieler gedopt oder schauspielern in der letzten Viertelstunde eines wichtigen Spiels und liegen ohne Grund theatralisch am Boden. Darüber regt sich aber niemand auf. Solche Dinge braucht der Sport aber wirklich nicht, das ist Betrug. Einen Imageverlust hat Fußball dadurch aber nicht, das ist schon sehr seltsam.“

Auch Ariane Friedrich verfolge die aktuelle Diskussion aufmerksam, so Eisinger: „Ariane braucht aber in den nächsten Tagen einen freien Kopf. Die ersten Wettkämpfe zur Qualifikation für die Europameisterschaft und die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Da wäre es nicht sehr unterstützend, wenn sie sich mit dem unsauberen Sport und den Betrügereien belasten würde.“

Quelle: sportal.de/SID

 


25.05.2016