Sponsoren HLV Logo

Carolin Schäfer in Götzis mit Bestleistung, auch Claudia Rath auf dem Weg nach Rio


Carolin Schäfer (Foto: IRIS)

Top-Siebenkampf von Carolin Schäfer beim traditionellen Mehrkampf-Meeting im österreichischen Götzis. Die 24-Jährige vom TV Friedrichstein hatte nach zwei Tagen 6.557 Punkte gesammelt und verbesserte damit ihren ebenfalls in Götzis aufgestellten persönlichen Rekord aus dem Vorjahr um zehn Punkte. Die DLV-Norm für die Olympischen Spiele (6.200 Punkte) nahm die Hessin quasi im Vorbeigehen mit. In dem Weltklassefeld reichte die Leistung von Carolin Schäfer natürlich für den Sprung aufs Podest. Der Sieg ging mit Weltjahresbestleistung (6.765 Punkte) an die kanadische WM-Zweite Brianne Theisen-Eaton, mit lettischem Landesrekord (6.622 Punkte) holte sich die WM-Dritte Laura Ikauniece-Admidina den zweiten Rang. Direkt danach wurde die von Jürgen Sammert trainierte WM-Vierte Carolin Schäfer notiert. Platz sieben ging an Claudia Rath von der LG Eintracht Frankfurt mit 6.290 Punkten.

Die 30-jährige WM-Fünfte verpasste insbesondere durch den verpatzten Hochsprung-Wettkampf eine bessere Platzierung. Für Claudia Rath gingen nur 1,71 Meter in die Wertung ein, Höhen um 1,80 Meter sind für sie im Normalfall kein Problem. Auf dem Weg nach Rio dürften beide hessischen Siebenkämpferinnen damit so gut wie durch sein. Denn die deutschen Konkurrentinnen - Jennifer Oeser (Leverkusen/6.171 Punkte/erfüllte Norm in 2015), und Lilli Schwarzkopf (Ulm/6.088 Punkte) - zeigten in Götzis keine sonderlich hoffnungsfrohen Ansätze.


Claudia Rath (Foto: IRIS)

Bei recht durchwachsenen bzw. unbeständigen Wetterbedingungen - Sonne, wechselnde Winde, Regen - stellte Carolin Schäfer drei Einzelbestleistungen auf. Und zwar im Kugelstoßen (14,33 Meter), über 200 Meter (23,37 Sekunden) und im Weitsprung (6,31 Meter). Gestartet war sie mit schnellen 13,26 Sekunden über 100 Meter Hürden, im Hochsprung überquerte sie 1,80 Meter, im Speerwerfen waren es 48,20 Meter. Die abschließenden 800 Meter absolvierte sie in 2:17,02 Minuten. Wäre Carolin Schäfer im Bereich ihrer Bestleistung von 2:14,10 Minuten gelaufen, wären sogar 6.600 Punkte im Bereich des Möglichen gewesen. „Ich bin super glücklich“, sagte die beste deutsche Siebenkämpferin nach dem Wettkampf. „Ich werde auch in Ratingen an den Start gehen.“ Also in vier Wochen, am 25./26. Juni.

Claudia Rath hatte zwei Tage mit Muskelverhärtungen im Oberschenkel zu kämpfen, zog den Wettkampf aber bravourös durch. Mit 13,44 Sekunden über 100 Meter Hürden, bereits erwähnten 1,71 Meter im Hochsprung, 13,02 Meter mit der Kugel und 23,97 Sekunden über 200 Meter zum Abschluss des ersten Tages. Mit 6,54 Meter im Weitsprung war sie in dieser Disziplin zweitbeste Athletin, dann folgten 39,40 Meter mit dem Speer und 2:09,27 Minuten über 800 Meter, die schnellste Zeit des Tages.


Jan Felix Knobel (Foto: IRIS)

Überhaupt nicht nach Wunsch lief der Wettkampf in Götzis für Jan Felix Knobel (Königsteiner LV). Der Zehnkämpfer begann mit durchschnittlichen 11,23 Sekunden über 100 Meter, doch bereits im Weitsprung waren alle Chancen dahin, das Limit für die EM in Amsterdam (7.900 Punkte) oder Olympia in Rio (8.100 Punkte) zu erreichen. Denn Knobel setzte drei ungültige Versuche in den Sand. Dass er im Kugelstoßen dennoch antrat und mit 14,89 Metern eine ansprechende, aber keine wirklich gute Leistung abrief, änderte nichts daran, dass das Unternehmen Götzis 2016 vorzeitig gescheitert war. Wie übrigens auch für Rico Freimuth (drei ungültige Versuche im Weitsprung) und Arthur Abele (drei ungültige Versuche im Kugelstoßen).

„Ich bin mit den Bedingungen einfach nicht zurecht gekommen. Das war mein zweiter Weitsprungwettbewerb nach zwei Jahren Pause, es hat einfach die Wettkampfpraxis gefehlt. Die Situation mit Olympia-Qualifikation und -norm ist schwer, da ist sehr viel Druck da. Daran hat‘s aber bei mir heute nicht gelegen“, sagte ein enttäuschter Knobel. Wie Freimuth und Abele wird er nun seine zweite und letzte Qualifikationschance in vier Wochen in Ratingen suchen. „Dort werden die Karten neu gemischt“, sagte der Zehnkämpfer mit einer persönlichen Bestleistung von 8.288 Punkten.

Uwe Martin

 


29.05.2016