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Die Historie des Auestadions: Heinz Hüsselmann, Organisator und Totengräber des Askina-Meetings


Hier war die Welt noch in Ordnung - Moderator Wolf-Dieter Poschmann, Heinz Hüsselmann und der Kasseler OB Bertram Hilgen im Jahr 2006 (Foto: Helmut Schaake)

Am 18./19. Juni 2016 finden im Kasseler Auestadion die 116. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften statt. Nach 2011 zum zweiten Mal. Aber das Auestadion im hessischen Norden war schon viel früher eine Wettkampfstätte für Sportfeste, Titelkämpfe und Meisterschaften. hlv.de bietet mit diesem Beitrag den vierten und letzten Teil seiner Serie, die sich mit der wechselhaften Leichtathletik-Historie des Auestadions beschäftigt. Autor ist jeweils Peter Fritschler, der sich seit Jahrzehnten als Leichtathletik-Kenner - nicht nur in Kassel - einen Namen gemacht und viele Leistungen und Anekdoten zusammengetragen hat. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für seine Unterstützung. In den Tagen unmittelbar vor den Titelkämpfen steigt hlv.de dann in die aktuelle Berichterstattung ein.

Merlene Ottey war der unumstrittene Star des ersten Askina-Sportfestes, das der PSV Grün-Weiß ausrichtete und das vom Bochumer Heinz Hüsselmann organisiert wurde: am 3. Juni 1998 im Kasseler Auestadion. Der Sprint-Diva aus Jamaika, die seit 2002 für Slowenien startete, merkte man seinerzeit ihre 38 Jahre nicht an. An ihrem Sieg über 100 Meter in 11,19 Sekunden gab es keinen Zweifel, anstrengender war damals eher das Erfüllen der vielen Autogrammwünsche. 8000 Zuschauer wollten 1998 die Top-Stars der Leichtathletik sehen. Und die boten Top-Leistungen. Diskuswerfer Lars Riedel, damals schon viermaliger Weltmeister, gewann mit 63,98 Metern und Speerwerfer Boris Henry, WM-Dritter von 1995, setzte sich mit 87,92 Metern durch. Die US-Weitspringerin Dawn Burell stellte mit 6,85 Metern einen neuen Stadionrekord auf.


Auch 6-Meter-Stabhochspringer Danny Ecker war in Kassel am Start (Foto: Helmut Schaake)

In den folgenden Jahren war das Askina-Meeting, dann organisiert von Hüsselmann und dem Leichtathletik-Kreis Kassel, eine feste Größe im Auestadion. Da gab es packende Duelle der Stabhochspringer ebenso wie die der Diskuswerfer. Merlene Ottey war im Juni 1999 wieder dabei, zwei Monate später wurde sie wegen eines Dopingvergehens zwei Jahre gesperrt. Die Hürdensprinter Arnier Garcia aus Kuba und Colin Jackson aus Großbritannien, Weitsprung-Weltmeister Ivan Pedroso (Kuba) waren ebenso zu Gast wie Hammerwerfer Karsten Kobs, Stabhochspringer Tim Lobinger, Diskuswerferin Franka Dietzsch sowie die aus Nordhessen stammende Hochspringerin Ariane Friedrich. 2002 sprang Yvonne Buschbaum mit 4,64 Metern neuen deutschen Stabhochsprungrekord und gewann vor Monika Pyrek (Polen) und der Rotenburgerin Annika Becker (4,50). Annika Becker (heute Lang) gewann ein Jahr später bei der WM in Paris die Silbermedaille.

In den Jahren 2009 und 2010 musste das Askina-Meeting wegen der Renovierungs- und Umbauarbeiten im Auestadion ins Baunataler Parkstadion umziehen und hieß dort „Weltklasse in Baunatal“. Im Oktober 2010 gab es dann einigen Wirbel um das Sportfest, der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) hatte Hüsselmann die Zusammenarbeit aufgekündigt, da es zu Verzögerungen bei Honorarzahlungen an Athleten gekommen war.

Doch im Juni 2011 steigt das Askina-Meeting wieder im Auestadion. Quasi als Generalprobe für die Deutschen Meisterschaften im gleichen Jahr. Die hatte die Stadt Kassel für 2010 wegen der noch nicht beendeten Umbauarbeiten zurückgegeben. Martina Strutz gewann am 8. Juni den Stabhochsprung, Betty Heidler das Hammerwerfen, David Storl das Kugelstoßen und der Brite Jack Green die 400 Meter Hürden. Das endgültige Aus kam dann aber 2012. Der DLV erteilte keine Genehmigung mehr, die Stadt Kassel hatte ebenfalls die Zusammenarbeit mit Hüsselmann und seiner Agentur aufgekündigt, Ende und Schluss.

Peter Fritschler

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03.06.2016