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Hessische, Tag 2: Jenna Fee Feyerabend springt 1,77 hoch und stellt neue W14-Bestleistung auf


Jenna Fee Feyerabend (Fotos: Benjamin Heller)

Am zweiten Tag der hessischen Meisterschaften in Kassel wurde wieder mehr über den Sport und weniger über die Wettkampforganisation diskutiert – und das war gut so. „Ein paar Abläufe bei den Kampfrichtern kann man im Hinblick auf die Deutschen noch verbessern, aber das ist alles machbar“, sagte der Wettkampfleiter Johannes Willschewski. Der Nachwuchs zeigte, wohin es in den nächsten Jahren hingehen könnte. Da waren zum Beispiel die erstaunlichen 1,77 Meter der Hochspringerin Jenna Fee Feyerabend vom TV Groß-Gerau (Jahrgang 2002). Mit dieser Leistung ergriff sie gleich in zwei deutschen Jahresbestenliste die Spitze: in der U16 (inoffiziell) und in der U18. Darüber hinaus stellte Jenna Fee Feyerabend im Auestadion eine neue hessische Schülerbestleistung auf. Die vormalige W14-Bestmarke hielt Martina Itzstein von der LG Oestrich Winkel mit übersprungenen 1,75 Meter seit dem 18. Mai 1985 in Wiesbaden. Zum Vergleich: Bei den Frauen reichten in Kassel 1,67 Meter zum Titel.

Und es gab noch eine U18-Topleistung. Carolin Friedrich, die Mehrkämpferin vom LAV Kassel, schleuderte den Speer auf die Siegesweite von 50,41 Meter. Weiter hat in Deutschland 2016 bisher nur Leonie Tröger vom LC Cottbus (50,98 im Januar) geworfen. Ihr zweiter Tagessieg gelang Carolin Friedrich im Weitsprung (5,72). Platz zwei in dieser Disziplin ging an die Mehrkämpferin Marshella Foreshaw (Königsteiner LV/5,69).


Carolin Friedrich

Apropos Mehrkampf: An Miriam Sinning von der LG Eintracht Frankfurt, der aktuell schnellsten deutschen Jugendathletin über 100 Meter Hürden (13,64 Sekunden), ging auch im Auestadion kein Weg vorbei. Nach 13,75 Sekunden im Vorlauf wurden im Endlauf 13,78 Sekunden gestoppt. Die weiteren Disziplinen der breit aufgestellten Frankfurterin: 1,64 Meter im Hochsprung (Platz drei) und 5,50 Meter im Weitsprung (Fünfte).

Und noch einmal Mehrkampf, noch einmal U18: Jetzt geht es um Andreas Bechmann von der LG Eintracht Frankfurt, den Hallen-DM-Zweiten im Siebenkampf. Nach seinen zwei Titeln am ersten Tag (15,08 Meter mit der Kugel, 42,81 mit dem Diskus) folgten am zweiten Tag der Sieg im Weitsprung (6,64) und Platz zwei mit dem Speer (50,30).

Über 1.500 Meter der weiblichen Jugend trat Eva Dieterich vom PSV Grün-Weiß Kassel die Flucht nach vorne an. Nach einer Runde hatte sie sich bereits knapp 60 Meter vom restlichen Feld abgesetzt. Dann startete Lisa Oed, die U18-DM-Dritte aus dem Vorjahr, ihre Aufholjagd. Knapp 250 Meter vor Schluss kam es zum Führungswechsel. Auf der Zielgraden hielt Eva Dieterich noch einmal dagegen. Doch Lisa Oed setzte sich durch, in 4:37,59 Minuten zu 4:37,86, zweimal Bestzeit, zweimal erweiterte deutsche Jugendspitze. „Dass Eva so schnell beginnt, hätte ich nicht gedacht. Aber ich habe gemerkt, dass ich schnell aufhole“, so Lisa Oed. Vor den deutschen Jugendmeisterschaften Ende Juli, die Optionen sind 3.000 Meter und 1.500 Meter Hindernis („Vielleicht laufe ich auch beide Strecken“), plant die von Sascha Arndt trainierte Rodenbacherin auch einige Bergläufe (u.a. Berglauf-Weltcup) ein. Notiz am Rande: Lisa Oed und Eva Dieterich waren beider schneller als die 1.500-Meter-Siegerin bei den Frauen, Julia Fritz (LG Eschenburg/4:38,74).

Andere Disziplin, gleiches Bild: Auch im Hochsprung der U18 boten Philipp Heckmann (LG Eintracht Frankfurt/1,98 Meter) und Julian Lucas Martin (LG Seligenstadt/1,92) weitaus bessere Leistungen an als der Männer-Sieger (1,85).


Miriam Sinning

Die Jugend-Mittelstrecken waren das Reich von Oskar Schwarzer vom TV Groß-Gerau. Nach seinem Sieg über 800 Meter hatte der Athlet von Trainer Dierk Feyerabend auch über 1.500 Meter die schnellsten Beine (4:08,88 Minuten). „Das sieht alles sehr vernünftig aus. Oskar wird seinen Weg machen“, zeigt sich der HLV-Lauftrainer Georg Schmidt optimistisch.

Nun noch zu den Sprints der Jugend: Zwei Rennen, zweimal Bestleistung, so lautete die Ausbeute von 200-Meter-Sprinterin Michelle Macker vom TV Assenheim (25,19 Sekunden im Vorlauf, 25,02 im Finale). Die vormalige Richtleistung stand bei 25,34 Sekunden. „Das hatte ich so nicht erwartet, zumal ich letztes Jahr Fußprobleme hatte.“ So lag Mackers Jahresbestleistung 2015 bei 25,90 Sekunden. Mittlerweile sind die Schmerzen ausgestanden, das Training zieht sie durch, für die deutschen Jugendmeisterschaften Ende Juli formuliert sie ein klares Ziel: „Ich will in den Endlauf.“


Sprint-Doppelsiegerin Lara Matheis

Gleiches Besetzung, vertauschte Plätze. Nach seinem Sieg am Vortag über 100 Meter sprintete der Frankfurter Lennard Wagner die 200 Meter in 22,58 Sekunden und wurde Zweiter hinter Nico Kühnel (SG Johannesberg/22,35). Auf der kürzeren Strecke hatte der Osthesse in 11,32 noch Platz zwei belegt.

„Titel ist Titel“, so der Kommentar von Florian Daum vom Wiesbadener LV nach seinem Sieg, dem zweiten an diesem Wochenende. Gestern über 100 Meter, heute auf der doppelt so langen Distanz. Das war zu erwarten, zumal sein Vereinskollege Michael Pohl wegen leichter Oberschenkelprobleme zurückgezogen hatte. „Michael hätte nach 120 Metern Druck machen können. Dann hätte es vielleicht noch etwas schneller werden können.“ Im Ziel leuchteten 21,27 Sekunden auf, allerdings mit etwas zu viel Rückenwind (+2,1 m/s). Im Vorlauf wurden 21,50 gestoppt, mit Gegenwind (-1,1 m/s). „Das hat sich sehr locker angefühlt. Ich dachte, dass ich im Finale unter 21 Sekunden bleiben könnte. Aber vielleicht hole ich das in zwei Wochen bei der DM nach.“

Bei den Frauen sprintete Lara Matheis von der TSG Gießen-Wieseck alleine vorneweg. 23,83 Sekunden benötigte die Athletin von Trainer Elmar Knappik im Finale, im Vorlauf war sie sogar noch etwas schneller (23,75).

Tammo Lotz

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05.06.2016