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Olympia in Rio ohne Jan Felix Knobel, Carolin Schäfer und Claudia Rath dabei


Jan Felix Knobel (Foto: IRIS)

Sechs Tage nach dem Olympia-Aus von Hochspringerin Ariane Friedrich ist auch der Rio-Traum von Zehnkämpfer Jan Felix Knobel (Königsteiner LV) vorbei. Der 27-Jährige musste das zweite Qualifikations-Meeting an diesem Wochenende in Ratingen nach zwei Disziplinen verletzungsbedingt abbrechen. Knobel war bei strömendem Regen mit 11,25 Sekunden über 100 Meter in den Wettkampf gestartet, das Missgeschick passiert dann im dritten Versuch des Weitsprungs, als der Hesse mit mehr Risikobereitschaft auf den Balken zulief, übertrat, auf dem Plastillin wegrutschte, der rechte Sprungfuß nach links verdrehte und auch das Knie in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Ratingen-Gewinner von 2012 hatte bis dato 6,75 Meter in der Liste stehen, erzielt im ersten Versuch. Zum anschließenden Kugelstoßen konnte Knobel nicht mehr antreten. "Was man sich in zwei Jahren konsequent erarbeitet hat, zerschellt in einem Moment", sagte Knobels Heimtrainer Philipp Schlesinger. "Dabei hat Jan das Wetter gut angenommen und auch der Abstand zu Arthur Abele und Rico Freimuth war okay."

Beim Meeting im österreichischen Götzis vor vier Wochen - der ersten Qualifikationsmöglichkeit 2016 für Rio - hatte der Olympiateilnehmer von 2012 den Wettkampf nach drei Disziplinen vorzeitig aufgeben: nach den 100 Metern (11,23 Sekunden), drei ungültigen Versuchen im Weitsprung und 14,89 Metern im Kugelstoßen. "Wir haben nach Götzis intensiv am Weitsprung gearbeitet", meinte Schlesinger. "Es sah alles gut aus." Bis zu dem unglückseligen Absprung in Ratingen. Am Montag wird Knobel ärztlich untersucht, dann gibt es eine konkrete Diagnose.

Besser lief es in Ratingen für die Siebenkämpferinnen aus Hessen: Carolin Schäfer (TV Friedrichstein) zeigte wie schon in Götzis eine Weltklasseleistung und belegte hinter Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill (Großbritannien/6.733 Punkte) mit 6.476 Punkten den zweiten Platz. Dabei warf Carolin Schäfer mit 50,73 Meter den Speer erstmals weiter als 50 Meter, eine weitere persönliche Bestleistung hatte sie am ersten Tag im Kugelstoßen erzielt (14,56 Meter). Carolin Schäfer ist für Olympia in Rio nun ebenso gesetzt wie Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt), die in Ratingen nicht antrat, um einen Muskelfaserriss komplett auszukurieren. Doch außer Jennifer Oeser (Bayer Leverkusen), in Ratingen Dritte mit 6.058 Punkten, hat keine weitere deutsche Siebenkämpferin die Olympia-Norm des DLV (6.200 Punkte) erfüllt. Jennifer Oeser bringt erfüllte Limit von der WM 2015 ein.

Auf Platz fünf in Ratingen landete die gebürtige Rumänin Judit Nagy vom Königsteiner LV mit Saisonbestleistung von 5.848 Punkten. Für sie war der zweitägige Wettkampf die letzte Chance, sich noch für die Europameisterschaften in Amsterdam zu qualifizieren. Ihr Heimatverband hatte hierfür eine Norm von 5.900 Punkten festgesetzt - nach Lage der Dinge dürfte es demnach nichts werden mit Amsterdam. Während der kontinentalen Titelkämpfe steht für Judit Nagy aber dennoch ein wichtiges Datum im Terminkalender: Am 7. Juli, nach einjähriger Wartefrist, kann sie offiziell an deutschen und hessischen Meisterschaften teilnehmen. Dies war bislang nur außerhalb der Wertung möglich.

Mit einer persönlichen Bestleistung von 5.360 Punkten erreichte die junge Lea Menzel vom TV Neu-Isenburg (Jahrgang 1996) in Ratingen den zwölften Platz. (tin.)

 


26.06.2016