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Martin Rumpf: „Ein richtig gutes Ergebnis"


Was bleibt am Ende der Olympischen Spiele 2016 aus Sicht des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV)? Die Antwort auf die Frage lautet: In der Summe ein richtig gutes Ergebnis. Mit dem abschließenden vierten Staffelplatz über 4x100 Meter von Lisa Mayer sowie ihrem 19. Rang über 200 Meter in persönlicher Bestzeit. Dann ist da Platz sechs für Gesa Krause mit deutschem Rekord und Platz fünf für Carolin Schäfer mit einer absoluten Topleistung. Betty Heidler belegte bei ihrem olympischen Abschiedswettkampf den undankbaren vierten Platz. Hinzukommen Platz 14 von Claudia Rath mit einer guten kämpferischen Leistung, die unerwartete Halbfinal-Teilnahme von Diana Sujew; auch Homiyu Tesfaye erreichte das Halbfinale und Kathrin Klaas hatte Pech und blieb in der Qualifikation hängen. Doch was sagt dies über den HLV und/oder hinsichtlich der aktuellen Diskussion zu notwendigen Reformen und Veränderungen im Leistungssport? Ich denke, wir dürfen als HLV stolz sein, denn wir haben Beispiele für eigene, konsequente und strukturierte Arbeit. Etwa Wolfgang Heinig. Er hat vor einigen Jahren sozusagen bei „Null“ angefangen und etwas entwickelt, das 2016 mit dieser phantastischen Ausbeute von drei Olympia-Teilnehmern und dem Rekord von Gesa belohnt wurde.

Bedenkt man, dass er zwischenzeitlich auch als Chauffeur für die Schüler der Eliteschule zur Trainingsstätte in Kalbach fungierte und dann später die individuellen Lösungen für Gesa, Diana und Homiyu gesucht hat, dann belegt das eine fundierte Arbeit, die mit Hilfe der Verbände möglich wurde. Heinig hat einen ungewöhnlichen Erfolgsweg der horizontalen und vertikalen Struktur in einer Person gewählt, möglich durch seine Erfahrung, Kompetenz und Willen.


Die Rio-Fingernägel von Lisa Mayer (Foto: Facebook, lisamayersprint)

Carolin Schäfer ist ein weiteres hessisches Eigengewächs. Ähnlich entwickelt zunächst mit Jörg Graf und dann von Jürgen Sammert so individuell wie möglich gefördert. Gleiches trifft auf Claudia Rath aus dem hessischen Westerwald zu, die seit 2007 ebenfalls mit Sammert arbeitet. Die Hammerwerferinnen tragen seit Jahren voller Stolz den Adler auf der Brust. Das „Paradebeispiel“ ist vielleicht Lisa Mayer. Sie hat sich entwickelt über alle Landes- in den Bundeskader, ist ihrem Heimatverein Langgöns-Oberkleen und ihrem Heimtrainer Rainer Finkernagel treu geblieben, der im Block Sprint des HLV eingebunden ist und dort aktiv mitarbeitet. Alle werden übrigens vom Leichtathletik-Förderverein Hessen (LFH) sowie der Sporthilfe Hessen finanziell und ideell unterstützt und gefördert - auch das ist ein Ergebnis der stabilen vertikalen Struktur. Das Ganze funktioniert nur, weil wir einen funktionierenden Olympiastützpunkt Hessen mit einem begeisterten und begeisternden Leiter Werner Schaefer und seinem Team haben, der Ideen entwickelt und einen engen und direkten Draht zu den Athletinnen und Athleten pflegt. Auch der Verband findet hier stets ein offenes Ohr und hat einen verlässlichen und engagierten Partner. Ebenfalls wichtig in diesem Gefüge ist die Stadt Frankfurt, die sich als Sportstadt bezeichnet und dies in vielen Fällen auch beweist. Hier wünschen sich viele ein noch weitergehendes oder strukturierteres Engagement, daran muss man arbeiten.

Bleibt der DLV, der sich zu Frankfurt und Hessen bekennt, indem er die Bundesstützpunkte Sprint/Hürden - Mehrkampf/Sprung - Lauf und Wurf hier implementiert hat und mit den Bundestrainern Volker Beck, Heinig und Sammert pflegt und den Wurf nun als Nachwuchsstützpunkt mit Regine Isele weiterführen will.
Bedenkt man, dass Athletinnen und Athleten wie Marc Reuther, Eileen Demes und Lukas Aberle in der Hinterhand sind, stehen wir ganz gut da. Doch die Erkenntnis ist auch im Leistungssport: Stillstand bedeutet Rückschritt. Und deshalb will das Team Leistungssport im HLV mit einem neuen Strukturplan Leistungssport einen nächsten Schritt in der Entwicklung gehen. Die entsprechenden Papiere werden im September in den Gremien diskutiert - dann kann es mit dem Start bei der Kadernominierung gut aufgestellt in den nächsten Olympiazyklus gehen. Tokio kann kommen. Und 2020 werden sicherlich wieder einige Hessen dabei sein, wenn es um olympische Medaillen geht!

Martin Rumpf (HLV-Vizepräsident Leistungssport)

 


20.08.2016