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Stadt Wiesbaden sammelt Fakten zur maroden Leichtathletik-Halle - Sanierung oder Neubau?


Die Leichtathletik-Halle an der Wettiner Straße (Foto: HLV)

Es scheint Bewegung zu kommen in die infrastrukturellen Probleme der Wiesbadener Leichtathletik. Zweieinhalb Monate nachdem hlv.de die Situation um die 45 Jahre alte Halle am Standort Wettiner Straße beleuchtet hat, war das „Sorgenkind“ auch ein großes Thema in der örtlichen Presse. Die Überschrift: „Sanierung oder gleich ein Neubau?“ Die Fragestellung hat weiterhin Bestand und der Wiesbadener Sportamtsleiter Karsten Schütze versichert: „Wir arbeiten unter Hochdruck an dem Thema.“ Bis zum Ende der Sommerferien, nimmt man Schütze beim Wort also nächsten Montag, sollen sämtliche Fakten für eine verlässliche Entscheidungsgrundlage beisammen sein. Die alarmierenden Eckdaten sehen so aus: Risse in den Wänden, regelmäßiger Wassereintritt durchs Hallendach, maroder Untergrund des Weitsprunganlaufs.

Dass die einzige Leichtathletik-Halle in Wiesbaden seinerzeit auf einem sogenannten Rutschhang erbaut wurde, bringt laut Schütze jedoch nicht die Gefahr mit sich, dass „wir eines Tages aufwachen und die Halle am Bahnhof steht“. Ursprünglich war eine Sanierung in drei Schritten geplant, nun scheint beim Sportamt zumindest ein Denkprozess in Richtung möglicher Neubau eingesetzt zu haben. Denn die Wettiner Halle ist auch die Heimstatt für Schwerathleten, Bobfahrer/innen und Berufsschüler. Der 70-jährige Peter Schulte, Chef des Wiesbadener Leichtathletik-Vereins (WLV), spricht sich längst offen sich für einen Neubau aus; auch Sportamtsleiter Schütze meint: „Ich würde gerne eine neue Halle bauen.“ Im aktuellen Doppelhaushalt sind laut „Wiesbadener Tagblatt“ 1,2 Millionen Euro für die Sporthalle an der Wettiner Straße eingestellt, etwas mehr als eine Million ist noch nicht verbraucht.

Redakteur Heinz-Jürgen Hauzel, eine ausgewiesene Fachkraft in der Wiesbadener (Sport-)Politik, kommentiert die Problematik unter der Überschrift „Sport-Ruinen“ so: „Nun kommt es knüppeldick. Die Wiesbadener Sportförderung - über Jahrzehnte hochgelobt - steht vor ihren Ruinen (…) Seit 2002 steht der Sport als Verfassungsziel in der hessischen Landesverfassung (…) Damit kann nicht gemein sein, dass jeder, der dazu Lust verspürt, über die Wilhelmstraße joggen darf.“ Was hinter den mahnenden Worten steht: Nicht nur die Sporthalle an der Wettiner Straße ist ein Sanierungsfall, sondern auch das Hallenbad an der Mainzer Straße und die örtliche Kunsteisbahn.

Uwe Martin

 


24.08.2016