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Kai Hurych wirft den Hammer 62,05 Meter weit


Kai Hurych (Foto: privat)

Bisweilen werden einem Leistungen ans Herz gelegt, die man zunächst nicht richtig einordnen kann und später eine gewisse Sprachlosigkeit hinterlassen. Kürzlich war es wieder soweit. Gemeldet wurde eine Hammerwurfleistung von 62,05 Metern, erzielt von Kai Hurych (KSV Fürth) mit dem 3-Kilogramm-Gerät im Rahmen eines Rasenkraftsport-Wettkampfes in Mutterstadt, das liegt in Rheinland-Pfalz. Den Hammer mehr als 60 Meter weit von sich zu werfen ist schon durchaus respektabel - doch der junge Mann, um den es sich handelt, ist erst 13 Jahre alt und heißt Kai Hurych. Sein Verein ist im hessischen Odenwald angesiedelt, deshalb ist diese Weite auch für die HLV-Bestenliste relevant. Denn zwischen den Rasenkraftsportlern und den Leichtathleten besteht seit Jahrzehnten eine Kooperation, d.h. die Weiten werden (bei identischen Gewichten) in die Statistiken übernommen. Im Fall von Kai Hurych bedeutet dies, dass er die sogenannte ewige hessische Bestenliste M13 in diesem Jahr mächtig durcheinander gewirbelt hat. Denn die zweitbeste Weite, erzielt von Konstantin Steinfurth von der LG Eppstein-Hornau, stammt aus dem Jahr 2010 und liegt bei 48,87 Metern. Steinfurth wurde im zurückliegenden Sommer bekanntlich deutscher U20-Meister mit persönlicher Bestleistung von 69,04 Metern.


Kai Hurych ist also mindestens ein sehr großes Talent. „Er hat ein gutes Körper- und Wurfgefühl“, sagt die hessische Landestrainerin Regine Isele, die den Schüler jüngst in ihren D-Kader aufgenommen hat. Das Ziel: Einmal pro Woche soll Hurych am Stützpunkt Frankfurt trainieren und weitere Fortschritte machen. In heimischen Gefilden wird der Schüler von der 78-jährigen Schwerathletik-Legende Lothar Pfeifer (Heppenheim) sowie von seinem Vater Uwe Hurych betreut. Im vergangenen Jahr schwankten seine Weiten zwischen 30 und 40 Metern, mittlerweile legt Kai Hurych im Ring bereits vier (!) Drehungen hin. Offizielle deutsche Bestenlisten und anerkannte nationale Bestleistungen gibt es in der leichtathletischen M13 noch nicht, aber im Rasenkraftsport. Und hier hat Kai Hurych die Bestmarke aus dem Vorjahr (60,65 Meter) deutlich gesteigert.

Diese wurde übrigens gehalten von Sören Hilbig (VfR Evesen). Der Name sagt wohl nur eingeweihten Szenekennern etwas, es ist der mittlerweile 14-jährige Sohn von Kirsten Münchow und Holger Klose. Münchow gewann für die LG Frankfurt bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Bronzemedaille mit 69,28 Metern, Klose ist hessischer Hammerwurfrekordhalter (82,22 Meter/Eintracht Frankfurt/1998). Die beiden sind längst geschieden und Kirsten Münchow wieder in ihre Heimat nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Und wie zu hören ist, gab es eine interne Wette zwischen Mutter und Sohn, ob der Nachwuchs in diesem Jahr mit dem gleich schweren Gerät (4 Kilogramm) weiter werfen wird als seine Mutter vor 16 Jahren. Der Filius scheiterte knapp, verbesserte aber die deutsche M14-Bestleistung mit 68,86 Meter um fast zwei Meter. Fünfter in der M14-Bestenliste des DLV ist übrigens Kai Hurych mit 46,29 Metern. Dabei ist seine beste Jahresleistung mit dem „schweren“ Hammer noch gar nicht gelistet. Im September erzielte er nämlich bei den deutschen Meisterschaften im Rasenkraftsport 50,64 Meter.

Uwe Martin

 


20.10.2016