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Die 35. Auflage des Frankfurt-Marathons macht auch den Hessen schnelle Beine


Karin Schenk und Jannik Ernst (Foto: Schaake)

Das Bilderbuchwetter bei den hessischen Marathonmeisterschaften, die am vergangenen Sonntag im Rahmen des Mainova Frankfurt Marathons stattfanden, machte ganz schnelle Beine. Und so freute sich am Ende in der Festhalle so manches Läuferherz über eine persönliche Bestzeit. Dabei mussten sich erfreulicherweise die hessischen Marathonis im großen Feld nicht verstecken. Überraschender Sieger der Hessenmeisterschaften wurde der Debütant Jannik Ernst (TV Waldstraße Wiesbaden). Ernst, der fast viereinhalb Jahre in den USA gelebt, studiert und gearbeitet hatte, ist seit Oktober zurück in heimischen Gefilden. „Ich wollte den Frankfurt-Marathon wieder als ersten Lauf in Deutschland laufen. Es waren optimale Bedingungen. Das Wetter und die Temperaturen waren perfekt“, sagte der hessische Meister. „Zudem gab es eine gute Gruppe, die gleichmäßig das Tempo gehalten hat. Ab Kilometer 25 teilte sich das Feld und ich war mit drei weiteren Läufern allein. Dieses Feld bestand bis Kilometer 34, ehe ich das Tempo angezogen habe. Die Läufer in meiner Gruppe sind mir aber nicht gefolgt, so dass ich einigen Abstand zwischen mich und meine Verfolger bringen konnte.

Im weiteren Rennverlauf überholte Ernst auch den späteren Vizemeister Oliver Hoffmann (TSV Kirchhain). Ernst: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit von 2:21:14 Stunden. Aber vor allem bin ich über den dritten Platz bei den deutschen Meisterschaften überglücklich und überrascht.“ Wie im Vorjahr lief Hoffmann auf Platz zwei. Er hatte in den zurückliegenden Monaten mit einem fünfwöchigen Trainingslager in Kenia und Wochenumfängen von mehr als 180 Trainingskilometern viel investiert. Nachdem Hoffmann schon im Vorfeld seine Halbmarathonbestzeit in Köln auf 1:07:47 Stunden verbessert und in einem kontrollierten Rennen auf Anraten seines Trainers Dieter Hogen den Bodensee-Marathon in 2:29:06 Stunden gewonnen hatte, wusste der 32-Jährige auch in der Mainmetropole zu überzeugen.


Oliver Hoffmann mit Trainer Dieter Hogen (Foto: Schaake)

2015 hatte er die letzten Kilometer mehr schwankend als laufend absolviert und die Ziellinie sprichwörtlich mit letzter Kraft nach 2:25:01 Stunden überquert. Auch in diesem Jahr ging er das Rennen ganz offensiv an. Und wagte mit Blick auf eine Zeit von unter 2:20 Stunden alles. Die erste Hälfte absolvierte er in 1:09:27 Stunden und büßte erst auf den letzten Kilometern eine Zielzeit unter 2:20 Stunden ein. Nachdem er bis Kilometer 36 auf Titelkurs gelegen hatte, musste er sich abermals mit dem hessischen Vizetitel und mit einer Steigerung seiner Bestzeit um eine Minute auf 2:22:56 Stunden begnügen. Damit belegte unter den knapp 16.000 Startern Platz 28 sowie Platz neun in der Wertung der deutschen Meisterschaften. Das HM-Podest auf Platz drei komplettierte Simon Jakob (GSV Eintracht Baunatal) in 2:28:41 Stunden.

Nachdem Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) vor zwei Wochen den hessischen Halbmarathontitel in 1:21:11 Stunden in einem kontrollierten Rennen beim Offenbacher Mainufer-Lauf geholt hatte, sagte sie: „Mein Trainer Kurt Stenzel hatte als Vorgabe nur 1:21 Stunden angesetzt. Nicht schneller, das reicht.“ Vor ihrer Haustüre begann sie den Frankfurt-Marathon natürlich hochmotiviert - und stand schließlich erneut ganz oben auf dem Podest. Im Gespräch einen Tag vor dem Rennen meinte Uphoff: „Wir haben zwar nur bis 140 Wochenkilometer absolviert, dafür hat Kurt mehr Tempoarbeit in der Woche eingebaut und das zahlte sich aus.“ Nach ihrem Vorjahressieg in 2:42:11 Stunden stand sie in der Festhalle als Gesamt-17. und Hessenmeisterin nach 2:41:35 Stunden ganz oben auf dem Treppchen


Anna Starostzik (Foto: Schaake)

Anna Starostzik sagte im Vorgespräch: „Die Vorbereitungen sind sehr gut gewesen. Mein Ziel für Frankfurt ist hauptsächlich Bestzeit, also schneller als 2:57:20 Stunden zu laufen. Ich werde aber den Halbmarathon ganz kontrolliert in 1:25 Stunden anlaufen, so dass ich die 2:50-Stunden-Marke immer in Reichweite habe. Nach den Vorleistungen sind ja Tinka Uphoff und Kerstin Stephan die klaren Favoriten. Aber ich werde meine Chance suchen, um auf dem Podest zu stehen.“ Starostzik behielt Recht und lief als Zweitplatzierte im Trikot von Grün-Weiß Kassel in 2:47:55 Stunden ganz groß auf. Platz drei in überzeugenden 2:53:46 Stunden ging an Karin Schenk (TV Waldstraße Wiesbaden).

Gleichfalls unter drei Stunden blieben auf Platz vier Maria Schmidt (LG Wettenberg/2:59:34), Laura Spranz (Spiridon Frankfurt/2:59:46) sowie W45-Siegerin Astrid Staubach (USC Marburg), die sich in 2:59:54 Stunden auch den DM-Sieg in ihrer Altersklasse holte.

Insgesamt kamen 185 Teilnehmer in die Wertung der Hessenmeisterschaften - 136 Männer und 49 Frauen.

Helmut Schaake

 


31.10.2016