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Gesa Krause verlässt die Eintracht mit unbekanntem Ziel, Puglisi wechselt zum KLV


Gesa Krause (Foto: IRIS)

Es gibt Meldungen, die haben über den faktischen Nachrichtenwert hinaus eine Strahlkraft, eine Botschaft. Am Freitagabend ging ein diesbezüglicher Text über den Presseverteiler, und die Überschrift las sich wie folgt: Gesa Krause verlässt Eintracht Frankfurt. Das war sachlich formuliert, wie es sich gehört, mal unabhängig davon, dass der vollständige Vorname im Text falsch geschrieben war, nämlich mit Bindestrich, Gesa-Felicitas. Aber das ist Kleinkram, verglichen mit der unheilvollen Überschrift, die bei faz.net zu lesen stand: Krause läuft der Eintracht davon. Über die Hintergründe des Wechsels sowie den künftigen Klub der 24-Jährigen (Pressemitteilung: „…neuer lauforientierter Verein“) ist noch nichts bekannt. Welchen Stellenwert Gesa Krause für Frankfurt und damit die hessische Leichtathletik hatte, muss nicht diskutiert werden. Er war hoch, sehr hoch. Unabhängig von den sportlichen Topwerten mit WM-Bronze 2015, dem EM-Titel 2016 und Platz sechs bei den Spielen in Rio mit deutschem Rekord über 3.000 Meter Hindernis (9:18:41 Minuten). Gesa Krause ist das prominenteste Gesicht der Frankfurter Leichtathletik gewesen. Jetzt ist nach acht Jahren Schluss bei dem Traditionsklub und Abteilungsleiter Wolfram Tröger „bedauert“ den Vereinswechsel.


Insofern tritt, nun verschärft, bei der Eintracht jener Aderlass ein, der allgemein erwartet wurde. Internationale Topathleten und damit Stützen in der Außendarstellung wie Betty Heidler (Hammerwurf) und Kamghe Gaba (400 Meter) haben ihre Karrieren beendet; dass Hochspringerin Ariane Friedrich nach ihrer schweren Knieverletzung mit anschließender Operation nochmals zurückkehrt, ist derzeit undenkbar. Dass der ehemalige Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch, 31, nach zwei trostlosen Wettkampfjahren verkündet hat, seine Karriere fortzusetzen und dabei auf zugesagte Unterstützung seines Klubs setzt, ist nicht mehr als eine Randnotiz. Fünf Tage vor dem Ende der Wechselfrist gibt es von Seiten der Eintracht weiterhin nur eine Meldung, die tatsächlich zukunftsweisend ist: die Rückkehr der Weltklasse-Siebenkämpferin Carolin Schäfer. „Das Mädchen“, wie die stellvertretende Abteilungsleiterin Ilse Bechthold gerne sagt. Es ist der bislang einzige frische Impuls.


Gianluca Puglisi (Foto: Benjamin Heller)

Währenddessen hat der Königsteiner LV bekanntgegeben, dass Weitspringer Gianluca Puglisi die LG Eintracht Frankfurt verlassen und sich dem Taunus-Klub anschließen wird. Der Jurastudent, Bestleistung 7,56 Meter und Fünfter der Hallen-DM, strebt im nächsten Jahr die (Final-)Teilnahme bei der U23-EM an und wird mit dem Satz zitiert: „Auf diesem Weg suchte ich einen Verein, der voll hinter mir steht und bei dem ich mich wohlfühle.“ Puglisi hat sich im August der Trainingsgruppe um Jürgen Sammert angeschlossen, ist also seit drei Monaten in einem Boot mit Disziplinkollegin Maryse Luzolo, einer anderen Ex-Frankfurterin.

Verlassen wird Königstein Nathalie Buschung, die U23-Weit- und Hochspringerin trägt künftig das Trikot des Wiesbadener LV und wird von Peter Rouhi trainiert. Veränderungen gibt es auch im Trainerteam des Königsteiner LV: Markus Oerter verabschiedet sich zum Jahresende aus beruflichen Gründen, neu ist Radovan Misik. Der 39-jährige gebürtige Slowake ist ein erfahrener Sprungtrainer, trainierte bereits Hochspringer aus der slowakischen Nationalmannschaft. Misik ist als Sportlehrer an der European School Frankfurt tätig. Beim KLV ist er für das Sprungtraining der Mehrkämpfer und der Spezialisten Sprung/Sprint zuständig.

Uwe Martin

 


26.11.2016