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Georg Schmidt: Ein Hesse startet beim DLV durch


Georg Schmidt und Marc Reuther (Foto: Peter Schulte)

Vor einigen Tagen hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) unter der Überschrift „DLV leitet für Olympiazyklus 2020 personellen Generationswechsel ein“ auch auf seiner Online-Plattform eine Mitteilung platziert. Inhalt: Mit einer Mischung aus jungen, aufstrebenden und erfahrenen Trainern will der Leitende Direktor Sport, Idriss Gonschinska, optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio schaffen. Die Fakten: Insgesamt 31 Trainerposten wurden verändert. Interessant aus hessischer Sicht: der Frankfurter Michael Deyhle, zuletzt auch Heimtrainer von Betty Heidler in Berlin, ist nicht mehr Hammerwurf-Bundestrainer; zu seinem Nachfolger wurde Helge Zöllkau (Leverkusen), Trainer von Kathrin Klaas, berufen. Und: Wolfgang Heinig aus Erbach im Odenwald gilt nun offiziell als Rentner, was er jüngst mit einem süffisanten Lächeln kommentiert hat. Schließlich trainiert er als Privatmann ja weiterhin Gesa Krause und seine Tochter Katharina.


Heinigs Nachfolger als Leitender Bundestrainer Lauf ist Thomas Dreißigacker. Ein Niedersachse, wissenschaftsorientiert. Zu dem „frischen Wind im Laufbereich“ (Pressemitteilung) gehört zudem die Personalie Georg Schmidt. Der 31-jährige Wiesbadener wurde vom Disziplintrainer Mittelstrecke für den männlichen Nachwuchs (C-Kader) zum DLV-Coach für den A/B-Kader befördert. Stichtag für den neuen Job ist der 1. Januar 2017. Doch die Arbeit hat bereits begonnen.

Es ist der vorläufige Höhepunkt einer recht steilen Karriere. Schmidt hatte während des Abiturs seine aktive Laufbahn wegen Verletzungen beendet, anschließend in Mainz sein Sportwissenschaftsstudium (Schwerpunkt Leistungssport) mit dem Diplom abgeschlossen. Parallel zum Studium sammelte Schmidt beim Wiesbadener LV erste Erfahrungen als Trainer einer Schülergruppe. Er war beim HLV Assistent vom damaligen Landestrainer Heinig (2007), 2011 wurde er Landestrainer für den Kurzsprint, 2013 DLV-Nachwuchstrainer für die Mittelstrecke männlich, also zuständig für die Jahrgänge U20 und U18. Sein Nachfolger auf diesen Posten ist Markus Kubillus vom TV Wattenscheid, die beiden haben zusammen die A-Trainerausbildung absolviert.

Schmidt, verheiratet, zwei Kinder und wohnhaft in Niedernhausen, macht keinen Hehl daraus, dass er von Heinig unterstützt, gefördert und protegiert wurde. Und so verlief natürlich auch der vor zwei Monaten vermeldete Wechsel der Sujew-Zwillinge in seine Trainingsgruppe reibungsfrei und in bestem Einvernehmen. 800-Meter-Läufer Marc Reuther ist ein weiterer hessischer Topathlet, der vor Ort von ihm trainiert wird, ebenso Nico Sonnenberg (3.000 Meter Hindernis) sowie Marvin Heinrich und Dennis Biederbick (jeweils 800 Meter), die beide in drei Wochen für den Wiesbadener LV startberechtigt sind. „Praxisarbeit“, und dies in Frankfurt am Main, sei in seiner Jobbeschreibung „fett unterstrichen“, sagt Schmidt. „Im Bundesstützpunkt soll vernünftig gearbeitet werden.“ Doch es fallen auch genügend Büro- bzw. Verwaltungsaufgaben an. So sind die Winter-/Frühjahrstrainingslager bereits geplant - im Januar, März und April führt die Sportreise jeweils nach Südafrika.


Schmidt mit dem Adler auf der Brust (Foto: HLV)

Schmidt weiß: Der Druck von oben ist seit Rio nicht wegzudiskutieren: vom Innenministerium über den DOSB, der die Spitzensportreform mittlerweile verabschiedet hat, und das Ziel ist klar: mehr Medaillen. Der verantwortliche Hesse im deutschen Mittelstreckenbereich formuliert es so: „Bei der überschaubaren Zahl von Athleten gibt es eine klare Zuordnung der Erfolge.“


Uwe Martin

 


13.12.2016