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Der große Jahresrückblick auf hlv.de


Dezember. Es weihnachtet. Der Schnee lässt auf sich warten, doch etwas anderes ist gewiss: Das Leichtathletik-Jahr ist in wenigen Tagen Geschichte. Und deshalb ist es für hlv.de an der Zeit zurückzublicken, ereignisreich genug waren die vergangenen Monate ja. Wobei es aus hessischer Sicht einen frühzeitigen Saisonhöhepunkt gab: die DM Mitte Juni im Kasseler Auestadion. Es waren stimmungsvolle und gut besuchte Titelkämpfe. Gut war die Stimmung bei den hessischen Leichtathleten nicht immer, was auf internationaler Ebene daran gelegen hat, dass scheibchenweise Dopingenthüllungen durch den Äther gingen. Die durchdringende Verseuchung bekamen Betty Heidler, Diana Sujew, Gesa Felicitas Krause und Ariane Friedrich mit reichlich Verspätung mehr oder weniger schriftlich. Dopingrochaden, verbunden mit dem Aufrücken im Ranking hatten Konjunktur, die Reaktionen waren austauschbar, Tenor: der emotionale und mögliche finanzielle Mehrwert sind futsch. Die anhaltende Dopingdiskussion mit dem Schwerpunkt Russland färbte abseits der Stadien auch auf die EM in Amsterdam und die Spiele in Rio ab. Doch beginnen wir chronologisch - mit den Monaten Januar bis März 2016.


Zum 1. Januar erweiterte der HLV seine Leistungssportförderung um ein dezentrales Stützpunktsystem. Entwickelt hatte das Konzept Robert Schieferer, Blocktrainer Sprint, Landeskader Langsprint sowie Kurz- und Langhürde. Die Kreise spielen in dem neuen Regionalkonstrukt eine entscheidende Rolle, sie tragen die Kosten für die dezentralen Stützpunkttrainer, die mit den Heimbetreuern kooperieren. Ermöglicht wird mit dem Modell, dass Athletinnen und Athleten werktags bestmögliche Trainingsmöglichkeiten haben. Implementiert wurden zunächst zehn Trainer an zehn Standorten, die mindestens die B-Lizenz vorweisen müssen, später kamen für die hessischen U16/U18-Talente vier weitere Standorte hinzu.

Zum 1. Januar begann auch der hauptamtliche Trainer im Kreis Limburg-Weilburg, Phillip van Dijck, seinen neuen Job. Er ist in den Disziplinen Kugelstoßen, Diskuswerfen und Speerwurf tätig und wird über HLV, den Förderverein Kreis-Limburg Weilburg, den Leichtathletik-Kreis sowie sieben Vereine finanziert. Sein Projektvertrag gilt zunächst bis 31. Dezember 2017.

Noch eine Meldung zum 1. Januar: Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) gewann den Frankfurter Silvesterlauf, Laura Hottenrott (GSV Eintracht Baunatal) triumphierte in Soest.


Gesa Krause (Foto: Christiane Mader)

Immer noch Januar. Gesa Krause von der LG Eintracht Frankfurt wurde zu Deutschlands Leichtathletin des Jahres gewählt. Es war der vierte „Ehrentitel“ innerhalb weniger Wochen, zuvor war die seinerzeit 23-Jährige bereits Hessens Sportlerin des Jahres, hessische Leichtathletin und nationale Läuferin 2015 geworden.

Wenige Tage später eine der bittersten Nachrichten des Jahres: Zehnkämpfer Michael Schrader vom SC Hessen Dreieich zog sich beim Stabhochsprungtraining in Leverkusen einen Patellasehne- und Kreuzbandriss im linken Knie zu. Der WM-Zweite (2013) und WM-Siebte (2015) wurde sportlich komplett aus der Bahn geworden und kämpft noch immer für sein Comeback. Mittlerweile in Halle an der Saale.

Drei Podiumplätze für den HLV bei den deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften in Hamburg. Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt) beendet den U18-Siebenkampf ebenso als Zweiter wie Vanessa Grimm (LG Reinhardswald) den U20-Fünfkampf. Rang drei sicherte sich Lea Menzel (TV Neu-Isenburg) im Fünfkampf der Frauen. In etwa zeitgleich wurde veröffentlicht, dass die deutsche Marathonmeisterschaften 2016 und 2017 wiederum in Frankfurt stattfinden.

Dass auch die hessischen Senioren-Leichtathleten auf breiter Basis konkurrenzfähig sind, stellten sie bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Erfurt unter Beweis: Insgesamt 47 Titel gingen in den diversen Altersklassen nach Hessen, wobei die Frauen mit 24:23 knapp vorne lagen. Und: Claudia Rath von der LG Eintracht Frankfurt setzte beim traditionellen Hallen-Meeting in Tallinn (Estland) eine bemerkenswerte persönliche Bestmarke: Mit 4.688 Punkten im Fünfkampf rückte die EM-Achte in der ewigen deutschen Bestenliste auf Platz drei vor. Xenia Stolz (Wiesbadener LV) setzte im Februar eine Glanzleistung in den Sand. Beim Meeting in Berlin stellte sie mit 6,63 Metern einen hessischen Weitsprung-Hallenrekord auf.


Konstantin Steinfurth (Foto: IRIS)

Bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Dortmund hingegen lief es nicht so gut für die hessischen Teilnehmer. Einzig Marc Tortell (TV Rendel) gewann einen Titel, und zwar im U20-Wettbewerb über 3.000 Meter in 8:40,66 Minuten. Mit persönlicher Bestleistung (63,14 Meter) gewann Konstantin Steinfurth (LG Eppstein-Hornau) Silber im U20-Winterwurf-Wettkampf.

Ende Februar nahm der Frankfurter Stadtrat Markus Frank (CDU) den offiziellen Spatenstich zum Start der Bauarbeiten am Leichtathletik-Stützpunkt Hahnstraße im Stadtteil Niederrad vor. Laut dem Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main (PIA) sind für den Ausbau des Bundes- und Landesstützpunkts Gesamtkosten in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Wie das PIA weiter mitteilte, werden entlang der Laufbahn eine Tribüne mit Überdachung, Sitzplätze und Räume für die Trainer entstehen.

Bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig gab es drei Podestplätze, aber keinen Titel für den HLV. Sprint-Shootingstar Lisa Mayer (LG Langgöns-Oberkleen) wurde mit Hessenrekord von 23,30 Sekunden 200-Meter-Zeite, Maryse Luzolo (Königsteiner LV) mit persönlicher Hallen-Bestleistung (6,51 Meter) Weitsprung-Zweite, Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) Hochsprung-Dritte. Mit 1,86 Meter. Was seinerzeit aussah wie ein halbwegs geglücktes Comeback nach ihrer Babypause, entpuppte sich im Laufe des Sommers als - man kann es kaum anders bezeichnen - sportlicher Albtraum.

Im März lief es im wahrsten Sinne des Wortes besser für den HLV. Bei den deutschen Crossmeisterschaften in Herten gewannen die hessischen Teilnehmer über alle Altersklasse verteilt, von der U18 bis zur W70, insgesamt neun (!) Titel. Eine grandiose Bilanz. Ende des ersten Quartals wurde auch bekannt, dass Simret Restle-Apel (Grün-Weiß Kassel) nach einem schweren Sturz von einem 15 Meter hohen Dach eines Wiesbadener Hotels ihre Karriere beenden muss. Die gebürtige Eritreerin, unter anderem Siegerin des Kassel-Marathons 2015, überlebte wie durch ein Wunder. Bis heute sagt sie, dass sie nicht wisse, wie es zu dem Sturz gekommen sei.

Uwe Martin

 


18.12.2016