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Der große Jahresrückblick auf hlv.de


Nur noch wenige Tage, dann ist das Leichtathletik-Jahr 2016 Geschichte. Und deshalb ist es für hlv.de an der Zeit zurückzublicken, turbulent genug waren die vergangenen Monate ja. Wobei es aus hessischer Veranstaltungssicht wohl einen eindeutigen Saisonhöhepunkt gab: die deutschen Meisterschaften Mitte Juni im Kasseler Auestadion. Es waren stimmungsvolle und gut besuchte Titelkämpfe. Gut war die Stimmung bei den hessischen Leichtathleten nicht immer, was auf internationaler Ebene daran gelegen hat, dass scheibchenweise Dopingenthüllungen durch den Äther gingen. Die durchdringende Verseuchung bekamen Betty Heidler, Diana Sujew, Gesa Krause und Ariane Friedrich mit reichlich Verspätung mehr oder weniger schriftlich. Dopingrochaden, verbunden mit dem Aufrücken im Ranking hatten Konjunktur, die individuellen Reaktionen waren austauschbar, Tenor: der emotionale und womöglich finanzielle Mehrwert sind futsch. Die anhaltende Dopingdiskussion mit dem Schwerpunkt Russland färbte abseits der Stadien auch auf die EM in Amsterdam und die Spiele in Rio ab. Doch bleiben wir chronologisch - und setzen unseren Jahresrückblick nach dem ersten Quartal mit den Monaten April bis Juni 2016 fort.


Jens Nerkamp, Mitte (Foto: Facebook)

„Was für ein Rennen!“ So leitete hlv.de den Bericht vom Berliner Halbmarathon ein. Und meinte damit den Auftritt von Jens Nerkamp. Der Niedersachse im Trikot des PSV Grün-Weiß Kassel steigert seine Bestzeit um beinahe zwei Minuten auf 64:06 Minuten, belegt Platz elf in dem Weltklassefeld und läuft so zur EM in Amsterdam.

21 hessische Senioren streifen bei den Hallen-und Winterwurf-Europameisterschaften in Ancona (Italien) das deutsche Trikot über. Die Ausbeute: elfmal Podium, verteilt auf fünf erste, zwei zweite und vier dritte Plätze.

Im April werden auch die Sieger im ERIMA Nachwuchslaufcup 2015 gekürt. Die Auswertung in den jeweiligen Altersklassen finden Sie hier.

Kilian Schreiner vom ASC Breidenbach läuft bei den deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Bad Liebenzell in persönlicher Bestzeit von 1:06:22 Stunden als bester Hesse auf den sechsten Platz. Vier nationale Titel holen sich die hessischen Mannschaften in den Altersklassen.

Mit der Mainova AG präsentiert der Frankfurt-Marathon einen neuen Titelsponsor. Auch die die Werfergala in Frankenberg hat einen neuen Förderer und heißt von nun an FingerHaus-Werfergala.

Lisa Mayer von der LG Langgöns-Oberkleen startet furios in den Sommer. In Clermont (USA/Florida) legt sie die 200 Meter in 23,06 Sekunden zurück - und löscht damit die 23,17 Sekunden von Christiane Krause (ASC Darmstadt) nach 44 Jahren aus der Landesrekordliste. In Wetzlar legt sie über 100 Meter nach. In 11,25 Sekunden ist die Studentin sechs Hundertstel schneller als im Vorjahr an gleicher Stelle bei der U23-DM.

Und noch zwei neue Rekorde: Peter Oberließen von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain läuft über die 800 Meter zu zwei M55-Weltrekorden, erst 2:03,17 Minuten in Bad Soden-Neuenhain, dann 2:02,97 Minuten in Schwalbach.


Jenna Fee Feyerabend (Foto: Benjamin Heller)

Antje Krause vom Ultra Sport Club Marburg gewinnt mit 210,505 Kilometern ihre vierte Meisterschaft in Folge im 24-Stundenlauf.

Laura Hottenrott (GSV Baunatal) wird Zweite bei den deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter (33:43,41 Minuten).

Markus Ott wird im Rahmen des Werfer-Cups in Wiesbaden mit dem DLV-Ehrenschild ausgezeichnet - als Lohn für 36 Jahre Tätigkeit im Ehrenamt. Und noch eine Ehrung: Ilse Bechthold von der Frankfurter Eintracht erhält den „Olympischen Orden“, den höchsten Orden des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Im Präsidium des Hessischen Leichtathletik-Verbandes gibt es eine Personalveränderung: Auf der Position des Vizepräsidenten Leistungssport folgt Martin Rumpf aus Selters auf den aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Markus Czech (Gießen). Rumpfs Wahl steht beim Verbandstag 2017 an.

Simone Raatz vom ASC Darmstadt kehrt mit zwei Podestplätzen über 10 Kilometer von der Senioren-EM non Stadia in Monte Gordo (Portugal) zurück, sie siegt im Team und belegt im Einzel Rang zwei (36:40 Minuten).

Bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Paderborn landen die für hessische Vereine startenden Athleten elfmal auf dem Siegerpodest (4/5/2).

Nach seiner Knieverletzung feiert Homiyu Tesfaye von der LG Eintracht Frankfurt im marokkanischen Rabat ein erfolgreiches Comeback über 1.500 Meter (3:35,05 Minuten). Hindernisläuferin Gesa Krause (Frankfurt) verschafft sich mit 9:22,33 in Eugene (USA) frühzeitig Planungssicherheit in Sachen Olympia.

Bei den hessischen Meisterschaften in Kassel verbessert die U16-Hochsprungsiegerin Jenna Fee Feyerabend vom TV Groß-Gerau die hessische W14-Schülerbestleistung nach 31 Jahren auf 1,77 Meter.

Aufgrund eines Zeitmessungsfehlers verlieren alle beim Fliedener Sportfest erzielten Zeiten ihre Gültigkeit, auch der vermeintliche 100-Meter-Hessenrekord von Michael Pohl (Wiesbadener LV).

Der nächste Hessenrekord für Lisa Mayer: Bei der Sparkassen-Gala in Regensburg werden ihre 200 Meter in 23,04 Sekunden gestoppt. Mit der 4x100 Meter-Staffel ist sie nach 42,00 Sekunden im Ziel - die schnellste Zeit eines deutschen Sprintquartetts in den zurückliegenden 25 Jahren. Ebenfalls stark: die 3:45,12 Minuten von Lukas Abele (Hanau-Rodenbach) über 1.500 Meter, die U20-WM kann kommen.


Carolin Schäfer (Foto: IRIS)

Siebenkämpferin von Carolin Schäfer vom TV Friedrichstein belegt im österreichischen Götzis mit der Bestleistung von 6.557 Rang drei. Die Frankfurterin Claudia Rath wird Siebte (6.290 Punkte).

Jenna Fee Feyerabend ist weiter in Rekordlaune. Bei den hessischen Blockmeisterschaften stellte mit 2.985 Punkten eine neue deutsche W14-Schülerbestleistung auf.

Die hessischen Siegertipps bei den deutschen Meisterschaften im Kasseler Auestadion gehen auf: Hammerwerferin Betty Heidler von der LG Eintracht Frankfurt gewann bei ihren letzten deutschen Meisterschaften zum elften Mal den Titel (75,32 Meter). Heidlers Vereinskollegin Gesa Krause stellte über 3.000 Meter Hindernis einen neuen Meisterschaftsrekord auf (9:31,00). Sechs zweite Plätze von hessischen Athleten gingen in die Statistik ein, zwei davon durch Lisa Mayer (11,34 Sekunden über 100 Meter, 22,87 über 200 Meter, Hessenrekord). Eileen Demes egalisierte den U20-Landesrekord über 400 Meter Hürden (57,87), der Frankfurter Homiyu Tesfaye wurde Zweiter über 1.500 Meter (3:40,67), dasselbe galt für die Eintracht-Hammerwerfer Kathrin Klaas (69,95) und Garland Porter (71,00). Dazu kamen dritte Plätze für die Königsteiner Weitspringerin Maryse Luzolo (6,54 Meter), Diana Sujew über 1.500 Meter (Frankfurt/4:12,27), den 800-Meter-Läufer Marc Reuther (Wiesbadener LV/1:47,82) sowie die 4x400-Meter-Staffel der StG Schlüchtern-Flieden-Obertshausen (3:13,02 Minuten).


Eileen Demes (Foto: IRIS)

Die DM in Kassel stellte zugleich den schleichenden Abschied einer Goldenen Generation dar. Neben Heidler erlebte auch 400-Meter-Läufer Kamghe Gaba seinen letzten DM-Auftritt, bei Hochspringerin Ariane Friedrich (Frankfurt) und Diskuswerferin Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund/Selters) ist Ähnliches zu erwarten.

Übersprungene 1,85 Meter bei der Junioren-Gala in Mannheim bringen die Frankfurter Hochspringerin Mona Gottschämmer auf U20-WM-Kurs.

Nele Alder-Baerens vom USC Marburg gewinnt Stara Zagora (Bulgarien) den WM-Titel der Gehörlosen im Marathon (2:59:03 Stunden).

Marc Reuther stellt in Wiesbaden in 1:46,19 Minuten eine neue deutsche Jahresbestzeit über 800 Meter auf und verpasst die Qualifikation für die Olympischen Spiele nur knapp. Von der Spitze der DLV-Jahresstatistik wird den Wiesbadener aber niemand mehr verdrängen.


Tammo Lotz

 


28.12.2016