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Der große Jahresrückblick auf hlv.de


Das Leichtathletik-Jahr 2016 ist Geschichte in einigen Stunden. Und deshalb ist es für hlv.de an der Zeit zurückzublicken, turbulent genug waren die vergangenen Monate ja. Wobei es aus hessischer Veranstaltungssicht wohl einen eindeutigen Saisonhöhepunkt gab: die deutschen Meisterschaften Mitte Juni im Kasseler Auestadion. Es waren stimmungsvolle und gut besuchte Titelkämpfe. Gut war die Stimmung bei den hessischen Leichtathleten nicht immer, was auf internationaler Ebene daran gelegen hat, dass scheibchenweise Dopingenthüllungen durch den Äther gingen. Die durchdringende Verseuchung bekamen Betty Heidler, Diana Sujew, Gesa Felicitas Krause und Ariane Friedrich mit reichlich Verspätung mehr oder weniger schriftlich. Dopingrochaden, verbunden mit dem Aufrücken im Ranking hatten Konjunktur, die individuellen Reaktionen waren austauschbar, Tenor: der emotionale und womöglich finanzielle Mehrwert sind futsch. Die anhaltende Dopingdiskussion mit dem Schwerpunkt Russland färbte abseits der Stadien auch auf die EM in Amsterdam und die Spiele in Rio ab. Und damit geht es mitten hinein in das dritte Quartal des hlv.de-Jahresrückblicks: mit den Monaten Juli bis September 2016 fort.

Mit fünf Podestplätzen kehrt der HLV von den deutschen Meisterschaften in den U16-Blockwettkämpfen zurück. Jenna Fee Feyerabend stellt in Aachen mit 1,80 Meter eine hessische W14-Schülerbestleistung auf und siegt in der Kategorie Sprint/Sprung (2.974 Punkte). Einen hessischen Doppelsieg gibt es im Block Wurf der W14 durch Saskia Lindner (LG Eintracht Frankfurt/2.800) und Sarah Vogel (LG Seligenstadt/2.727). Lukas Boeddinghaus vom TV Roth landet im M15-Block Wurf ganz vorn (3.044). Hinzu kommt der dritte Platz im Block Lauf der W14 durch Sophia Volkmer (LG Wetzlar/2.667).


Carolin Friedrich (Foto: IRIS)

Bei der U18-Jugend-Gala in Walldorf (Baden-Württemberg) siegt Carolin Friedrich vom LAV Kassel mit dem Speer (47,68 Meter). Marshella Foreshaw (Königsteiner LV) wird Zweite über 100 Meter Hürden (13,76 Sekunden). Der Lohn: Beide starten bei den 1. U18-Europameisterschaften im DLV-Trikot.

Kommen wir zu den Europameisterschaften der „Großen“ in Amsterdam. Neun Hessen sind in den Niederlanden mit von der Partie. Ihrer Favoritenrolle über 3.000 Meter Hindernis gerecht wird Gesa Krause von der LG Eintracht Frankfurt. In neuer persönlicher Bestleistung von 9:18,85 Minuten holt sie sich den Titel. Einen konzentrierten Wettkampf liefert Hammerwerferin Betty Heidler (ebenfalls Frankfurt) ab. Die Saisonbestleistung von 75,77 Meter bedeutet am Ende Platz zwei hinter der großen Favoritin aus Polen, Anita Wlodarczyk (78,14).

Eine starke erste EM bei den Erwachsenen liefert Sprinterin Lisa Mayer von der LG Langgöns-Oberkleen ab. Nach Platz acht über 200 Meter (23,10 Sekunden/23,06 im Halbfinale) kommt sie mit der 4x100-Meter-Staffel auf Platz drei (42,48 Sekunden) hinter den Niederländerinnen den Britinnen. Und die anderen Hessen? Das 4x400-Meter Quartett mit Constantin Schmidt (Obertshausen) und Kamghe Gaba (Frankfurt) wird Achter, Homiyu Tesfaye (Frankfurt) über 1.500 Meter Zehnter, unter Schmerzen bleibt die Frankfurterin Kathrin Klaas in der Hammerwurf-Qualifikation hängen, dazu kommen die Plätze 51 (Jens Nerkamp/Kassel) und 55 (Katharina Heinig/Frankfurt) auf der Halbmarathondistanz.

Im Rahmen der hessischen Jugendmeisterschaften U20/U16 in Bad Homburg werden die HLV-Nachwuchsvereine 2015 ausgezeichnet. Auf den ersten Platz - und damit in den Besitz eines Schecks in Höhe von 1.000 Euro - kommt der ASC Darmstadt, Platz zwei geht an die LG Wetzlar (750 Euro). Den dritten Rang (jeweils 500 Euro) teilen sich der TV Gelnhausen, der SSC Hanau-Rodenbach und der TV Groß-Gerau. Das Jugendsprecher-Duo bilden von nun an Sarah Lisa Zorn (seit 2014) und der neu gewählte Jonas Kniffka.

Bei seinem ersten Start im deutschen Nationaltrikot belegt Felix Thum vom LC Diabü Eschenburg bei den Berglauf-Europameisterschaften in Arco (Italien) die Plätze zwölf im Team und 53 im Einzel.

Der kommunale Energieversorger EAM wird ab dem Jahr 2017 neuer Titelsponsor des Kassel- Marathons. Der Vertrag läuft über mindestens drei Jahre.

Die hessischen Teilnehmer gewinnen bei den süddeutschen U23-Meisterschaften in St. Wendel (Saarland) insgesamt neun Titel. Bei den gleichzeitig ausgetragenen U16-Titelkämpfen stehen die Hessen 13 Mal ganz oben, dazu gewann das 3x1.000-Meter-Trio des SSC Hanau-Rodenbach in der U18.

Bei den U18-Europameisterschaften in Tiflis (Georgien) belegt Carolin Friedrich vom LAV Kassel im Speerwurf Platz elf, Marshella Foreshaw aus Königstein schied über 100 Meter Hürden im Vorlauf auf.

Zweimal Vierte - so lautet die Bilanz von Eileen Demes vom TV Neu-Isenburg bei der U20-WM im polnischen Bydgoszcz, nämlich über 400 Meter Hürden (57,83 Sekunden im Finale, dazu der U20-Hessenrekord im Halbfinale von 57,13) und 4x400 Meter (3:32,63 Minuten), 38 Hundertstel hinter Rang drei. Mit übersprungenen 1,79 Meter (1,80 in der Qualifikation) wird die Frankfurter Hochspringerin Mona Gottschämmer Elfte. 1.500-Meter-Läufer Lukas Abele verpasst das Finale nach 3:49,51 Minuten im Vorlauf.

Mit insgesamt vier Titeln und einem hessischen Rekord kehren die HLV-Teilnehmer von den deutschen U23-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid zurück.


Julius Hild (Foto: IRIS)

Vier hessische Siege gibt es auch bei den deutschen Jugendmeisterschaften U18/U20 zu beklatschen. Allein dreimal stehen Nachwuchsathleten vom SSC Hanau Rodenbach ganz oben auf dem Siegerpodest, so Lukas Abele über 1.500 Meter in der U20 (3:56,97) und in der U18 Lisa Oed über 3.000 Meter (10:03,49) und Julius Hild über 2.000 Meter Hindernis (6:02,93). Mit neuer Bestleistung von 69,04 Metern gewinnt Konstantin Steinfurth den Hammerwurf-Wettbewerb in der U20 mit fast sieben Metern Vorsprung. Annika Lena Lietz vom MTV Kronberg wird Zweite über 400 Meter Hürden in der U20 (60,80 Sekunden), wie auch Lisa Oed über 1.500 Meter Hindernis in der U18 (4:59,77). U20 Hochspringerin Mona Gottschämmer (Frankfurt/1,80 Meter), der Gießener Niklas Harsy (800 Meter/1:52,73), Marc Tortell vom TV Rendel über 5.000 Meter (14:52,63) sowie die U18-Speerwerferin Carolin Friedrich vom LAV Kassel (46,98 Meter) erreichen jeweils Rang drei.

Beim Thorpe Cup belegt Siebenkämpferin Lena Menzel vom TV Neu-Isenburg mit neuer Bestleistung (5.442 Punkte) den siebten Platz, Dennis Hutterer (ASC Darmstadt) erreicht im Zehnkampf Rang 13 (7.324).

Nächster großer Erfolg für Nachwuchsläuferin Sarah Kistner vom MTV Kronberg: Bei den deutschen Berglaufmeisterschaften in Schwangau (Bayern) gewinnt die Hessin mit deutlichem Vorsprung den U20-Titel, den Aaron Bienenfeld (LG Offenbach) nur um 24 Sekunden verpasst. In der U20 wird Lisa Oed (Hanau-Rodenbach) Dritte im Einzel und siegt mit dem Hanauer Team, das allerdings als einziges in die Wertung kommt. In den Seniorenklassen gab es zudem einen Mannschaftssieg und zwei zweite Plätze in den Einzelwertungen.


Sasha Müller (Foto: IRIS)

Der nächste deutsche Nachwuchs-Meistertitel für die Laufabteilung des SSC Hanau-Rodenbach. Bei der U16-DM in Bremen läuft Sasha Müller im Alleingang in neuer U16-Landeskordzeit zum Sieg über 3.000 Meter (8:56,13 Minuten). Für die beiden anderen Podestplätze für den HLV zeichnet der Block Wurf in Person von Janis Hammel (TV Gelnhausen) verantwortlich. Im Kugelstoßen verbessert er sich um 46 Zentimeter auf 16,65 Meter, Platz zwei. Bestleistung (52,18 Meter) und Rang drei gehen im Diskuswurf in die Statistik ein.

Was bleibt von den hessischen Teilnehmern bei den Olympischen Spielen in Erinnerung? Als Höhepunkte ganz sicher der vierte Platz von Lisa Mayer mit der 4x100-Meter Staffel (42,10 Sekunden) sowie ihr Hessenrekord im 200-Meter-Vorlauf (22,86). Und natürlich der deutsche Rekord und Rang sechs für die 3.000-Meter-Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause (9:18,41 Minuten), auch wenn die Medaillen diesmal für die WM-Dritte des Vorjahres zu weit weg sind. Aller Ehren wert ist auch der Auftritt von Siebenkämpferin Carolin Schäfer vom TV Friedrichstein mit 6.540 Punkte, 17 Zähler unter Bestleistung. Hammerwerferin Betty Heidler (Frankfurt) belegt bei ihrem letzten Auftritt auf großer Bühne wie bei ihrem Olympia-Debüt zwölf Jahre zuvor in Athen Rang vier, die 73,71 Meter waren eher durchwachsen. Rätsel geben die Vorstellungen von 1.500-Meter-Läufer Homiyu Tesfaye (Frankfurt) auf.


Gesa Krause (Foto: IRIS)

Nach einem schwachen Vorlauf rutscht er nur durch die Disqualifikation des norwegischen Europameisters Filip Ingebrigsten ins Halbfinale, wo er sich zwar verbessert zeigt, den Endlauf nach 3:40,76 aber um knapp eine halbe Sekunde verpasst. Trotz eines gelungenen Auftritts in ihrem 1.500-Meter-Halbfinale scheidet die Frankfurterin Diana Sujew (4:10,15 Minuten) aus. Für die Frankfurter Siebenkämpferin Claudia Rath gehen 6.270 Zähler und Platz 14 in die Statistik ein. Hammerwerferin Kathrin Klaas (Frankfurt/67,92 Meter) ereilt als 18. das Aus in der Qualifikation.

Großer Coup von Vanessa Grimm bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Kienbaum: Die 19-jährige von der LG Reinhardswald gewinnt souverän den U20-Titel im Siebenkampf und verbesserte ihre persönliche Bestleistung um 229 Zähler auf nunmehr 5.538 Punkte. Zweiter in der U23-Wertung im Zehnkampf wird Dennis Hutterer (Darmstadt/7.354).

Mit sofortiger Wirkung tritt Corinna Cochet-Thibol von ihrem Amt als HLV-Vizepräsidentin Finanzen zurück, das die gebürtige Berlinerin seit 2011 innehatte.

Zwei Titel und ein dritter Platz - so sieht der gute Saisonabschluss für die hessischen Vielseitigkeitsathleten bei der Mehrkampf-DM U18/U16 in Heidenheim aus. Das gilt vor allem für Lara Kohlenbach vom Königsteiner LV, die sich den Titel im W15-Siebenkampf mit persönlicher Bestleistung von 3.854 Punkten holt. Einen weiteren Titel gewann die U18-Siebenkampf-Mannschaft der LG Eintracht Frankfurt mit insgesamt 14.102 Punkten. Die dritte Podestplatzierung für den HLV geht an Andreas Bechmann (Frankfurt) mit 6.891 Punkten im U18-Zehnkampf.

Bei ihrem Debüt über 100 Kilometer triumphiert Nele Alder-Baerens vom Ultra Sport Club Marburg in neuer Jahresweltbestzeit von 7:29:04 Stunden, was zugleich einen neuen Weltrekord für Gehörlose bedeutet. Susanne Kraus (Grün-Weiß Kassel) wird Dritte (8:19:44).

Sechs Monate nach dem offiziellen Spatenstich beginnen am Leichtathletik-Stützpunkt Hahnstraße im Stadtteil Niederrad die Bauarbeiten.


Kamghe Gaba (Foto: IRIS)

Kathrin Klaas (Frankfurt) setzt ihre Karriere nach einer Leistenbruch-Operation fort und plant mit mindestens zwei weiteren Jahren im Hammerwurfring.

Die gebürtige Äthiopierin Melat Yisak Kejeta, die seit 2014 in Kassel lebt, gewinnt im Trikot des PSV Grün-Weiß in Hamburg die deutsche Meisterschaft über 10 Kilometer (33:16 Minuten). Zudem belegt das PSV-Team bei den Frauen Rang zwei.

Sarah Kistners Erfolgsgeschichte am Berg geht weiter. Im bulgarischen Sapareva Banya sichert sich die Läuferin des MTV Kronberg den WM-Titel in der Altersklasse U20 und wird mit dem Team, zu dem auch Lisa Oed (Hanau-Rodenbach) gehört, Zweite. Julius Hild (ebenfalls Hanau-Rodenbach) belegt die Ränge acht (Mannschaft) und 41 (Einzel).

Die Stiftung Sporthilfe Hessen beschließt für die rund 50 in Rio de Janeiro an den Start gegangenen Athletinnen und Athleten (Olympische und Paralympische Spiele) eine Nominierungsprämie in Höhe von 1.500 Euro pro Person auszuschütten.

Lisa Mayer, Germanistik-Studentin und Olympiavierte mit der 4x100-Meter-Staffel, wird zum "Sport-Stipendiat des Jahres" 2016 gewählt. Dies ergibt eine von Deutscher Bank und Deutscher Sporthilfe initiierte Online-Abstimmung unter fünf Finalisten. Seit 2013 vergeben Deutsche Bank und Deutsche Sporthilfe unter den studierenden Top-Athleten den Titel "Sport-Stipendiat des Jahres". Dem Gewinner verdoppelt die Bank eineinhalb Jahre das laufende Stipendium auf 800 Euro pro Monat.

Zwei Premieren bei der HLV-Kadereröffnungsfeier in Wiesbaden: Erstmals findet die Veranstaltung in einer Schule statt. Neu ist zudem, dass für die verschiedenen Disziplinblöcke Paten aus der hessischen Spitzen-Leichtathletik bereitstehen.

Große Leistung in Berlin: Katharina Heinig läuft den Marathon in 2:28:34 Stunden und wird Fünfte. In der deutschen Jahresbestenliste stehen am Ende nur die Braunschweigerin Fate Tola (2:25:42) und die Regensburgerin Anja Scherl (2:27:50) vor ihr.


Tammo Lotz

 


29.12.2016