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Vor den hessischen U20/U16-Titelkämpfen


Philipp Heckmann (Foto: Lennard Wagner)

Es sind die ersten Hessenmeisterschaften im neuen Jahr. Am kommenden Wochenende finden in der Hanauer August-Schärttner-Halle die Titelkämpfe der Jugend U20/U16 statt. Insgesamt haben 125 Vereine 539 Teilnehmer gemeldet. Wann es los geht? Am Samstag und Sonntag jeweils um 10 Uhr. In der deutschen U20-Bestenliste sind bislang nicht viele hessische Athletinnen und Athleten gelistet - die Saison ist ja auch noch jung und die entsprechenden Statistiken ohnehin extrem überschaubar. Daran dürfte sich nach dem Wochenende einiges ändern. Auch im Weitsprung. Derzeit wird Lennart Genz vom TSV Eintracht Stadtallendorf mit 7,10 Meter an Platz drei geführt, erzielt hat er diese Leistung noch im zurückliegenden Jahr, am 10. Dezember in der heimischen Herrenwaldhalle. Genz ist in Hanau gemeldet für den Weitsprung und die 60 Meter. Chancen auf den Titel über die kürzere der beiden Sprintstrecken dürfte er aber kaum haben, denn am Start ist auch Mustafa Al-Muhsin von der TG Hanau. Der gebürtige Iraker aus der Stadt Basra ist mit 6,97 Sekunden gemeldet, gelaufen am 3. Dezember in Hanau. Genauer in der Schärttner-Halle, wo er im September 2015 als sogenannter unbegleiteter minderjähriger Ausländer, also ohne Eltern oder anderen familiären Rückhalt, in der damaligen Notunterkunft angekommen war.

Mittlerweile ist der Flüchtling Al-Muhsin, der von Bryan Heeg und Uli Ricker trainiert wird, hessischer U20-Meister über 100 und 200 Meter sowie D-Kader-Mitglied. Apropos Hanau: Über 3.000 Meter sind in Sasha Müller, Julius Hild, Marius Abele und Jonas Rapp gleich vier talentierte Jugendliche vom SSC Hanau-Rodenbach gemeldet. Über 800 Meter führt der Weg zum Titel über Niklas Harsy vom LAZ Gießen. Zehnkämpfer Andreas Bechmann von der LG Eintracht Frankfurt, im vergangenen Jahr Vierter der deutschen U18-Bestenliste mit 7.010 Punkten, steht für Hanau mit geplanten Starts im Stabhoch- und Weitsprung, über 60 Meter Hürden sowie im Kugelstoßen in den Meldelisten. Vergangenen Sonntag war Bechmann beim internationalen Hallensportfest seines Klubs bereits im Hochsprung am Start und floppte nach holprigem Beginn letztlich über 1,95 Meter. Ja, der Hochsprung. In dieser Disziplin deutet sich mittlerweile zumindest an, dass in Hessen mal wieder ein Talent mit Bewegungs- und Sprunggefühl auf die Beine kommt: Philipp Heckmann (LG Eintracht Frankfurt).

Dessen Steigerung am vergangenen Sonntag von 1,99 Meter auf 2,04 Meter war von seinen Trainern Sophia Sagonas und Günter Eisinger aufgrund der Trainingsleistungen und dem bislang verletzungsfreien Winter einerseits erwartet worden, andererseits sah die Umsetzung überaus souverän aus. Und das muss man erst einmal hinbekommen. Dass Heckmann, der die zwölfte Klasse der Carl-von-Weinberg-Schule besucht, von den Leistungen des „derzeit wohl größten deutschen Hochsprung-Talents“ (leichtathletik.de), des bayerischen U18-Europameisters Lucas Mihota (zuletzt 2,23 Meter), weit entfernt ist, kann und darf nicht der Maßstab sein. Sicher ist: Sollte sich Heckmann weiterhin positiv entwickeln, wird er in seiner Altersklasse deutschlandweit eine gute Rolle einnehmen. Zumal er dem jüngeren 1999er Jahrgang angehört.

Bleiben wir noch einen Moment beim Hochsprung: Mona Gottschämmer von der LG Eintracht Frankfurt, mit 1,86 Meter hessische U18-Rekordhalterin, wird in der Hallensaison aufgrund des anstehenden Abiturs keine Wettkämpfe absolvieren. Ergo nicht in Hanau am Start sein. Aber es sind andere hessische U20-Athletinnen dabei, die ihr hohes Leistungsniveau bereits mehrmals unter Beweis gestellt haben: Etwa Miriam Sinning von der LG Eintracht Frankfurt (60 Meter, 60 Meter Hürden), Carolin Friedrich (LAV Kassel/200 Meter, 60 Meter Hürden, Weitsprung, Kugelstoßen) und Marshella Foreshaw (Königsteiner LV/60 Meter, Hoch- und Weitsprung).

Uwe Martin

 


11.01.2017