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Hessische Hallenmeisterschaften in Frankfurt: Wer setzt den Titel in den Sand?


Das Weitsprung-Podest des Vorjahres mit Claudia Salman-Rath, Xenia Stolz und Maryse Luzolo (Foto: Benjamin Heller)

An dieser Stelle sei ausnahmsweise eine Empfehlung ausgesprochen. Verbunden mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass dadurch alle anderen Wettbewerbe nicht abgewertet werden sollen. Doch wer am Wochenende bei den Hessischen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften einen gewiss spannenden und womöglich hochklassigen Wettkampf sehen möchte, sollte sich am Sonntag spätestens um 11.40 Uhr im Frankfurter Sportzentrum am Martinszehnten einfinden. Dann nämlich beginnt der Weitsprung der Frauen, und gemeldet sind an der Spitze folgende Teilnehmerinnen: Xenia Stolz (Wiesbadener LV), Claudia Salman-Rath (LG Eintracht Frankfurt), Maryse Luzolo (Königsteiner LV), Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt), Gesa Katharina Kratzsch (LG ovag Friedberg-Fauerbach) und Nathalie Buschung (Wiesbadener LV). Das dürfte, wenn alle sechs Damen an den Start gehen, einen interessanten Showdown geben.


Stolz, die am vergangenen Samstag, ihren 28. Geburtstag feierte, ist die hessische Rekordhalterin in der Halle (6,63 Meter) sowie im Freien (6,74), die Weltklasse-Siebenkämpferin Rath wird mit einer Freiluft-Bestleistung von 6,73 Meter in den Bestenlisten geführt. Luzolo, Zweite der Hallen-DM 2016, steigerte sich im vergangenen Jahr auf 6,51 Meter (Halle) und 6,59 Meter (Freiluft). Rath und Luzolo haben sich zuletzt mit Weitsprung-Bundestrainer Ulrich Knapp auf den Kanarischen Inseln auf die Hallensaison vorbereitet und sollen richtig gut in Form sein. Schäfer, Siebenkampf-Olympiafünfte von Rio, ist seit dem zurückliegenden Sommer bei 6,31 Metern angelangt; am vergangenen Sonntag in Saarbrücken stieg sie mit 6,02 Metern in die Hallensaison ein. Womit sie im hessischen Titelkampf allerdings eher eine Nebenrolle einnehmen dürfte. Kratzsch hat eine Hallen-Bestleistung von 6,25 Metern, Buschung ist mit 6,32 Metern, erzielt am 8. Januar in Frankfurt, derzeit sogar deutsche Jahresbeste. Wobei dazu gesagt werden muss, dass die nationale Top-Eilte um Sosthene Moguenara, Malaika Mihambo und Alexandra Wester noch keinen Wettkampf absolviert hat.


Gianluca Puglisi (Foto: Benjamin Heller)

Auf dem Weg zur DM nach Leipzig (18./19. Februar) wird es am Freitagabend, 27. Januar, beim Indoor-Meeting in Erfurt das erste national relevante Aufeinandertreffen geben. Allerdings ohne Moguenara und Mihambo, die wohl gar keine Hallensaison bestreitet. „In Frankfurt beginnt auf jeden Fall die interessante Wettkampfphase“, sagt der hessische Weitsprung-Landestrainer Peter Rouhi. „Ich freue mich auf dieses erste Abtasten.“ Sechs Athletinnen, vier Vereine, drei verschiedene Heimtrainer (Rouhi: Stolz, Buschung/Jürgen Sammert: Luzolo, Schäfer, Salman-Rath/Volker Weber: Kratzsch). Im vergangenen Jahr bei den hessischen Hallenmeisterschaften triumphierte Xenia Stolz (6,41) vor Claudia Salman-Rath (6,34) und Maryse Luzolo (6,18). Sehr viel einfacher in punkto Titelgewinn dürfte es Gianluca Puglisi (Königsteiner LV) bei den Männern haben. Er ist in Saarbrücken mit 7,42 Meter in die Hallensaison eingestiegen und steht damit hessenweit konkurrenzlos an der Spitze.


Carolin Schäfer (Foto: Benjamin Heller)

Ihren Saisoneinstand hinter sich hat auch bereits Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar). Die Olympiavierte mit der 4x100-Meter-Staffel erzielte am vergangenen Wochenende in Mannheim 7,33 Sekunden über 60 Meter. Damit war die Mittelhessin nur zwei Hundertstel langsamer als bei ihrem persönlichen Hallenrekordlauf vor einem Jahr. Das DLV-Limit für die Hallen-EM in Belgrad (Serbien(3. bis 5. März) liegt bei 7,28 Sekunden. Mayer dürfte in Frankfurt ungefährdet zum Titel sprinten, auch wenn in Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck/7,48) und Gianina Gartmann (LG Eintracht Frankfurt/7,53) gutklassige Konkurrenz am Start ist. Der Titel über 200 Meter könnte zum Dreikampf werden zwischen der Freiluft-Doppelmeisterin Matheis, Salman-Rath und Julia Gerter (LG Eintracht Frankfurt).

Was noch interessant werden könnte? Vielleicht die Beantwortung der Frage, ob ein Zehnkämpfer bester hessischer Kugelstoßer werden kann. Gute Chancen hat Jan Felix Knobel (Königsteiner LV) jedenfalls, denn der 8.000-Punkte-Mann steht aktuell bei 15,60 Meter. Seine härtesten Konkurrenten sind Maximilian Lang (SSC Bad Sooden-Allendorf) und Marius Rosbach (TV Elz).

Live-Ergebnisse von den Meisterschaften der Aktiven/U18 stehen unter http://www.hlv.de/ergebnisse/live/ zur Verfügung. Die Resultate der Läufe werden mit maximal zwei Minuten „Verzögerung“ im Netz stehen, bei den technischen Wettbewerben werden die Daten zunächst im Wettkampfbüro erfasst.

Uwe Martin

 


19.01.2017