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Claudia Salman-Rath und die Lust am Weitsprung


Claudia Salman-Rath und Maryse Luzolo (Foto: Facebook)

Allmählich kommt Bewegung in die Hallensaison. Am heutigen Freitagabend trifft sich die nationale Weitsprung-Elite der Frauen beim „Erfurt Indoor“ zu einem ersten Kräftemessen, im Thüringischen sind unter anderen Alexandra Wester (ASV Köln), Melanie Bauschke (LAC Olympia Berlin) sowie Nadja Käther (Hamburger SV am Start. Und vier Teilnehmerinnen hessischer Klubs. So die Hallen-Landesmeisterin Claudia Salman-Rath (LG Eintracht Frankfurt), die Zweitplatzierte Maryse Luzolo (Königsteiner LV) sowie die Wiesbadenerinnen Xenia Stolz und Nathalie Buschung. Am Wochenende treffen sich die Mehrkämpfer/innen zur Hallen-DM in Hamburg, wobei diese Meisterschaften im Wettkampfkalender vieler Topathleten nicht angestrichen sind. Hessen ist mit sieben Teilnehmer/innen vertreten. Als da sind: Vanessa Grimm (LG Reinhardswald/ Frauen, Fünfkampf), Marshella Foreshaw, Lara Kohlenbach (beide Königsteiner LV), Anissa Tammaoui (Wiesbadener LV/alle U18); Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt/U20-Siebenkampf), Justus-Elias Hänsel (LG Dornburg) und Felix Bornhofen (ASC Darmstadt/beide U18)


Zu jenen, die am Wochenende in Hamburg absent sind, gehören die Olympiafünfte Siebenkämpferin Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) und Salman-Rath. Schäfer hat die Hallensaison nach ihrer persönlichen Hallen-Bestleistung im Weitsprung am zurückliegenden Sonntag bereits beendet, ihre Vereinskollegin priorisiert in der Halle den Weitsprung. Der Mehrkampf steht erst im Sommer wieder „im Fokus“, wie die 30-Jährige sagt. Vorher würde es ihr gut gefallen, die Weitsprung-Norm für die Hallen-EM in Belgrad zu brechen. Also 6,55 Meter oder weiter zu springen. Was angesichts ihrer Leistung bei den Landestitelkämpfen sicher keine Utopie ist. Denn ihre Siegesweite von 6,47 Metern erreichte sie ohne explizite Vorbereitung, nach zwei harten Trainingswochen, auch mit Tempoläufen. „Ich bin körperlich gut drauf“, sagt Salman-Rath. Und das soll sich in den nächsten Wochen in Ergebnissen ausdrücken. Geplant sind Starts in Erfurt, bei den Süddeutschen, beim Hallen-Istaf in Berlin sowie bei den deutschen Titelkämpfen in Leipzig.

Salman-Rath ist spät eingestiegen in das Wintertraining, weil sie noch Mitte September am Mehrkampf-Meeting in Talence (Frankreich) teilgenommen hat. Dort erreichte sie mit 6.310 Punkten mehr Zähler als bei ihrem 14. Platz in Rio (6.270). „Die Spiele kamen vier Wochen zu früh“, sagt sie. Nach zwei Muskelfaserrissen im Sommer war die Hessin bei den Olympischen Spielen einfach nicht in Bestform. Die Entscheidung, ihre aktive Karriere fortzusetzen, fiel nach Talence, in Absprache mit ihrem Mann. „Ich fühle mich besser als 2014. Und warum soll ich aufhören, wenn mein Körper noch kann?“ Jetzt sei „die Lust auf den Sport wieder da“. Und die ersten Fixpunkte sind natürlich schon festgezurrt: Nach der Hallensaison steht im März ein Trainingslager in Portugal auf dem Programm, im April folgt ein Kurz-Trainingslager, Siebenkampf-Wettkampfstarts sind dann in Götzis (Österreich) und in Ratingen geplant. Das Ziel ist klar: die WM in London. „Ich möchte nochmal meine persönliche Bestleistung angreifen. Halbe Sachen gibt’s bei mir nicht“. Ihr Hausrekord steht seit 2013 bei 6.462 Punkten.

Uwe Martin

 


27.01.2017