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Hallen-DM, 1. Tag: Zwei Sprintrekorde und zahlreiche Bestleistungen für hessische Athleten


Platz zwei für Gianluca Puglisi (Fotos: Iris)

Die wenigen hessischen Athleten haben sich am ersten Tag der 64. Deutschen Hallenmeisterschaften in der Leipziger Arena fast durchweg in sehr guter Verfassung präsentiert und zahlreiche persönliche Bestleistungen aufgestellt. Für die herausragende Platzierung zeichnete Gianluca Puglisi verantwortlich. Der Weitspringer vom Königsteiner Leichtathletikverein landete nach 7,71 Metern in der Grube, das bedeutete den zweiten Platz hinter Julian Howard (LG Region Karlsruhe/7,82). Zwei neue hessische Hallenbestleistungen gingen auf das Konto der 60-Meter-Sprinter Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar/7,18 Sekunden) und Michael Pohl (Wiesbadener LV/6,69) auf den Rängen drei und vier. Ebenfalls in den Finalläufen vertreten waren Lara Matheis von der TSG Gießen-Wieseck als 60-Meter-Sechste (7,36/davor zweimal p.B. in 7,35 und 7,34) und Georg Fleischhauer (LG Eintracht Frankfurt), der über 60 Meter Hürden den siebten Platz belegte (7,95/Saisonbestleistung).

Hinter dem Start von Gianluca Puglisi standen einige Fragezeichen. Im Training lief in den letzten Wochen nicht alles rund, dazu kamen einige Wehwehchen, es folgte ausgiebige Physiotherapie. „Am Montag habe ich mich entschieden zu springen. Und das war gut so“, so der Königsteiner, der nach zwei durchwachsenen und kraftlosen Sprüngen Fahrt aufnahm. Erst 7,54 Meter im dritten Durchgang, damit stellte Puglisi seine Saisonbestleistung ein, dann 7,71 Meter im vierten Sprung. „Ich habe alles in diesen Sprung gelegt und das Brett optimal getroffen“, so der Medizinstudentin in spe, der gerade ein dreimonatiges Vorbereitungspraktikum absolviert und im Training viel improvisieren muss.


Sprachlos im Ziel: Lisa Mayer

Nur sechs Teilnehmerinnen zählte das Finale über 60 Meter – und Lisa Mayer hatte auf der Bahn sechs viel Platz, die Startblöcke links und rechts neben ihr blieben frei. „Das hat mir in die Karten gespielt, ich konnte ganz frei laufen“, sagte die 20 Jahre alte Studentin aus Frankfurt. Dass es eine Zeit unter 7,20 Sekunden werden würde, überraschte aber auch sie. Im Zwischenlauf hatte sich Lisa Mayer zunächst auf 7,23sec verbessert, im Finale dann auf 7,18sec, ihren nächsten Hessenrekord. Den Sieg holte sich Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund/7,14) vor Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge/7,16), die voraussichtlich beide für die Hallen-EM in Belgrad im März nominiert werden. Lisa Mayer jedoch definitiv nicht. „Meine Hallensaison ist beendet, jetzt mache ich Pause, dann beginnt der Aufbau für den Sommer.“ Drei Auftritte hatte zudem Gianina Gartmann von der LG Eintracht Frankfurt über 60 Meter (7,49sec und p.B. im Vorlauf/7,50 im Zwischenlauf) und 60 Meter Hürden (p.B. in 8,50sec).


So schnell wie noch nie: Michael Pohl

Einen optimalen Tag erwischte auch Michael Pohl. Der erste persönliche Rekord des 60-Meter-Sprinters fiel im Vorlauf (6,73sec), der zweite im Zwischenlauf (6,69), neuer Hessenrekord, knapp 15 Jahre nach der alten Richtmarke des Friedbergers Till Helmke 2002 in Moskau (6,70). Glücklich, zufrieden und konzentriert ging Pohl in sein erstes Finale bei deutschen Meisterschaften. Das Training hat Michael Pohl in diesem Winter umgestellt, die Kraft- und Beschleunigungswerte dadurch verbessert, zudem sein Körpergewicht reduziert. Den Rückenwind will er jetzt mitnehmen – für die Klausuren an der Uni und später die Freiluftsaison auf der Laufbahn. Jeweils einen Auftritt in den 60-Meter-Vorläufen hatten Steven Müller (6,89) und Lars Hieronymi (beide LG OVAG Friedberg-Fauerbach/6,95).

Die weiteren Leistungen der Hessen am ersten Tag in Leipzig: die 8,01 Sekunden des 400-Meter-Hürden-Spezialisten Georg Fleischhauer im Vorlauf über 60 Meter Hürden, den Sven Medenbach von der LSG Goldener Grund Selters/Ts. nach 8,28sec nicht überstand. Dasselbe galt für die Frankfurterin Julia Gerter über 400 Meter (55,91).

Tammo Lotz

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18.02.2017