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Claudia Salman-Rath springt mit 6,94 Meter zu EM-Bronze - Lisa Mayer Fünfte über 60 Meter


Da ist das Ding - Claudia Salman-Rath mit der Bronzemedaille (Foto: Jens Priedemuth)

Dieses Weitsprungfinale am 5. März 2017 bei der Hallen-EM in Belgrad dürfte selbst langjährigen hessischen Leichtathletik-Beobachtern, -Freunden, -Trainern und -Übungsleitern die Sprache verschlagen haben. Denn was die 30-jährige Claudia Salman-Rath am frühen Sonntagabend in der Kombank-Arena ablieferte, war einer der eindruckvollsten Leistungen, die es in der jüngeren Geschichte der hessischen Leichtathletik gegeben hat. Zum einen geht es natürlich um die Platzierung, genauer den dritten Platz und den damit verbundenen Gewinn der Bronzemedaille. Zum anderen geht es um die Leistung. 6,94 Meter! Das war eine abermalige Verbesserung ihres Hessenrekords, den sie erst tags zuvor in der Qualifikation mit 6,79 Meter erreicht hatte. Aber dann dieses Finale mit folgender Serie: 6,84 Meter - 6,71 - 6,65 - 6,67 - 6,94 - 6,87 Meter. Weiter sprangen nur die Serbin Ivana Spanovic mit der Weltjahresbestleistung von 7,24 Meter, der größten Hallenweite seit 28 Jahren, sowie die Britin Lorraine Ugen (6,97 Meter/Landesrekord). Salman-Rath gewann damit ihre erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft. 2013 war sie WM-Vierte im Siebenkampf geworden.

Weiter als die Weltklasseathletin von der LG Eintracht Frankfurt sprangen in der Halle bislang nur drei deutsche Frauen: Heike Drechsler (Jena) mit 7,37 Meter im Jahr 1988, Helga Radtke (Rostock/7,09 Meter/1985) und Alexandra Wester (ASV Köln/6,95 Meter/2016). Zieht man in Betracht, dass die Leistungen von Drechsler und Radtke im Zwangssystem des DDR-Dopingstaatsplanthemas 14.25 erreicht wurden, ist der vierte Platz in der ewigen deutschen Hallen-Bestenliste noch höher zu bewerten. Doch das dürfte Salman-Rath an diesem Tag egal gewesen sein. Nicht unerwartet hatte sie eine der Hauptrollen in dem extrem hochklassigen Wettkampf eingenommen - aber diese Weite? „Ich habe mir das überhaupt nicht zugetraut. Die Weite kam genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte sie dem Fachportal leichtathletik.de. Doch es bleibe dabei: Im Sommer will sie wieder im Siebenkampf an den Start gehen. „Auch wenn ich mit meinem Trainer noch einmal darüber rede.“ Mal abwarten, was Jürgen Sammert sagen wird… Was an dieser Stelle auch noch erwähnt werden sollte: In der langen Geschichte der Hallen-EM hatte es noch nie einen besseren Frauen-Weitsprungwettkampf gegeben, und: Wester kam wie bei der DM in Leipzig nicht in Schwung und wurde Achte (6,53).


Lisa Mayer und die britische Europameisterin Asha Philipp (Foto: Jens Priedemuth)

In Lisa Mayer vom Sprintteam Wetzlar war am dritten und letzten Tag der EM eine weitere hessische Top-Athletin aktiv. Nachdem sie sich am Sonntagnachmittag im Halbfinale mit 7,23 Sekunden als Zweite ihres Laufes bereits bestens in Szene gesetzt hatte, war Mayer im Finale noch schneller. Letztlich bedeuteten 7,19 Sekunden Platz fünf. Damit blieb die 20-Jährige nur eine Hundertstel über ihrer persönlichen Bestleistung und war etwas überraschend schnellste Deutsche. Alexandra Burghardt (MTG Mannheim/7,19) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge/7,21) wurden Sechste und Achte. Den Titel gewann die Britin Asha Philipp (7,06), dahinter lief die Ukrainerin Olesya Povh (7,10) ins Ziel. leichtathletik.de sagte Mayer: „Vor einem Jahr hätte ich niemals erwartet, über 60 Meter überhaupt bei einer internationalen Meisterschaft dabei zu sein. Das ist immer meine schwächste Disziplin. Ich bin jemand, der hinten heraus kommt und am Start etwas liegen lässt. Wieder so nahe an die Bestzeit heranzulaufen, ist unglaublich. Ich hatte super viel Spaß heute.“

Uwe Martin

 


05.03.2017