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SSC Hanau-Rodenbach räumt bei Cross-DM ab


Lisa Oed im Ziel bei der Cross-DM 2017 (Foto: IRIS)

Bei den deutschen Crossmeisterschaften in Löningen gingen alle Podestplätze des hessischen Verbandes in den Rennen von U18 bis Aktive an den SSC Hanau-Rodenbach. Die Wettkämpfe im Oldenburger Münsterland unterstrichen damit die Dominanz des Klubs um Trainer Sascha Arndt. Anderen hessischen Vereinen gelangen Achtungserfolge. Zum Titel lief Lisa Oed in der U20. Sie beendete den Lauf über 4,36 Kilometer (wie kommen eigentlich die zwei Nachkommastellen zustande?) nach 15:25 Minuten. Ihre härteste Konkurrentin, Miriam Dattke aus Regensburg, benötigte acht Sekunden länger. Die zweite Medaille, Silber, ging an Julius Hild, auch er startet in der U20. Seine Zeit über 5,84 Kilometer: 19:11 Minuten. Meister Markus Görger (LAC Freiburg) war dem Feld enteilt (18:52). Platz drei ging an Aaron Bienenfeld in der U23. Nach 8,23 Kilometern lieferte die Uhr 26:49 Minuten. Davor erreichten Tobias Blum (LC Rehlingen/26:15) sowie Jonas Hoffmann (LG Kreuztal/26:45) das Ziel. Und noch ein Titel, dieses Mal für eine Mannschaft des SSC Hanau-Rodenbach: Die U18 mit Marius Abele (4.), Sasha Müller (12.) und Thomas Ott (23.) verteidigte die Meisterschaft.

Lisa Oed setzte sich auf den letzten 300, 400 Metern nach zuvor wechselnder Führung in dem welligen Streckenteil von Miriam Dattke ab und gewann letztlich deutlich. Bronze ging an die U18-Crossmeisterin 2016, Lisa Vogelgesang von Eintracht Hildesheim (16:02). „Ich hatte im Vorfeld eher mit dem zweiten Platz gerechnet und auch während des Rennens war ich mir nicht sicher, ob es reicht. Miriam hat sehr locker gewirkt. Aber man soll als motivierte Athletin ja immer mutig nach vorne schauen", wird Lisa Oed auf leichtathletik.de zitiert. Ihr Trainer Sascha Arndt analysierte den Erfolg so: „Wir haben einige Wieseneinheiten gemacht; zusammen mit dem unbändigen Siegeswillen von Lisa und ihrer guten Grundlagenausdauer dürfte das den Ausschlag gegeben haben. Denn nach den Hallenleistungen war Miriam Dattke höher einzuschätzen. Dennoch habe ich im Vorfeld eine gute Chance für Lisa gesehen. Und sie hat sie genutzt, weil sie sich nicht auf einen kurzen Spurt eingelassen hat.“ Franziska Althaus (TV Waldstraße Wiesbaden/16:41) und Lena Ritzel (VfL Marburg/16:57) belegten im U20-Wettkampf die Plätze 11 und 13.


Julius Hild wurde U20-Zweiter (Foto: IRIS)

Julius Hild, der U18-Vorjahressieger, lief im Anschluss an eine durchwachsene Hallensaison vom Ende des Feldes mit gleichmäßigem Tempo bis zur Streckenhälfte in die Top acht. Dann rückte er auf Rang drei, nachdem er sich quasi zentimeterweise an Steffen Ulmrich herangearbeitet hatte. Noch auf der Zielgeraden sah es so aus, als würde der Mannheimer die Oberhand behalten, doch Julius Hild zog auf den letzten fünf Metern vorbei und lag schließlich eine Sekunde vorne. „Ulmrich war zwischenzeitlich mehr als 100 Meter weg. Aber im Crosslauf hat ein gleichmäßig hohes Tempo einen besonders hohen Stellenwert. Und das hat Julius bestens umgesetzt. Das war eine taktische Meisterleistung von ihm“, sagte Sascha Arndt. Ein lohnendes Ziel könnte nun die Teilnahme an der Cross-EM mit dem deutschen U20-Team sein. Der Termin ist im November. In der U20 platzierten sich die SSCler Philip Ahne (20:35) und Johannes Fleiner (21:01) auf den Rängen 20 und 34, was dem Klub aus Hessen in der Teamwertung den vierten Platz einbrachte, punktgleich mit dem drittplatzierten SC DHfK Leipzig. Mohamed Bassou vom TV Waldstraße (20:40) lief als 24. ins Ziel.


Aaron Bienenfeld mit Medaille (Foto: IRIS)

In der U18 stand für den SSC Hanau-Rodenbach von Beginn an die Teamwertung im Fokus. Und noch wenige Tage vor der DM war unklar, ob Sasha Müller wegen eines Infekts überhaupt würde starten können. Entwarnung gab es erst am vergangenen Donnerstag. Sein zwölfter Platz ist für den jüngeren Jahrgang ein sehr gutes Ergebnis, Marius Abele lieferte mit Rang vier sein bislang bestes DM-Ergebnis überhaupt ab. Und der Triathlet Thomas Ott rettete schließlich den Mannschaftssieg mit einem Punkt Vorsprung ins Ziel. Eine weitere Einzelplatzierung sei an dieser Stelle nicht unterschlagen: Dominik Müller von der LG Langgöns/Oberkleen erreichte Rang 16 (15:13).

In der U23 lief Aaron Bienenfeld, als jüngster in diesem Jahrgang direkt in die nationale Elite, war zudem jahrgangsschnellster 1997er. Meister Tobias Blum gehört dem Jahrgang 1995 an, der Zweite Jonas Hoffmann wurde 1996 geboren. „Die letzten Trainingseinheiten haben das angedeutet mit Serien, die auf eine Leistungsfähigkeit im Bereich von 30 bis 30:30 Minuten über 10 Kilometer schließen lassen“, sagte Sascha Arndt. Dass Aaron Bienenfeld ein vorzüglicher Crossläufer ist, hatte er bereits mit seinem Männer-Mittelstreckensieg bei den hessischen Crossmeisterschaften bewiesen. Hesse lief in Löningen taktisch optimal, kontrolliert zu Beginn, aus der Verfolgergruppe heraus wurde es letztlich Rang drei. Noch vor dem Cross-EM-Teilnehmer Kidane Tewolde (früher SSC Hanau-Rodenbach, jetzt LG Olympia Dortmund/5. in 27:02 Minuten).


Jens Nerkamp mit der Startnummer 317 (Foto: Josef Nerkamp)

Abschließend zu den Männern, denn über die Langstreckendistanz von 10,28 Kilometern lief Jens Nerkamp - im Vorjahr EM-Teilnehmer im Halbmarathon - auf Platz zehn in 33:19 Minuten. „Mein Physio hat mir davon abgeraten, an den Start zu gehen, nachdem ich eine Faserverschiebung mit Wassereinlagerung in der linken Wade aus dem Trainingslager mitgebracht habe. Ich konnte seitdem nichts Schnelles trainieren, es hat sich aber bei den Dauerläufen passabel angefühlt. Und so war es heute auch kein Problem. Vielmehr habe ich mich mal wieder sehr schwer getan und bin zeitweise etwas verkrampft gelaufen. Egal, es war sicherlich gutes Training und die Saison wartet auf mich. Ich werde weiterhin hart für meine Ziele arbeiten“, postete der Athlet von Grün-Weiß Kassel auf Facebook.

Uwe Martin

 


12.03.2017