Sponsoren HLV Logo

Feierstunde für Lisa Mayer im Rathaus Wetzlar


Lisa Mayer mit dem Kunstwerk von Udo Kneffel (Foto: Priedemuth)

Gut zwei Wochen Florida und dann noch ein paar Tage auf die Bahamas. Hört sich eigentlich nach einem entspannten Urlaubstrip an. Für die nationale Sprint-Elite war es aber eine Dienstreise. Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) sowie die anderen schnellen Männer und Frauen des DLV hatten in der Nähe von Orlando ihre Zelte aufgeschlagen und bereiteten sich unter klimatisch sehr stabilen Bedingungen in einem längeren Trainingslager auf die kommenden Aufgaben im WM-Jahr vor. Vorläufiger Höhepunkt war direkt im Anschluss an das Camp im „Sunshine State“ die Teilnahme an den sogenannten Staffel-Weltmeisterschaften auf den Bahamas. Der Ausgang der Titelkämpfe auf Nassau ist hinlänglich bekannt. Das Sprint-Ass aus Niederkleen gehörte zu dem Quartett, das in der Besetzung Alexandra Burghardt (Mannheim), Lisa Mayer (Wetzlar), Tatjana Pinto (Paderborn) und Rebekka Haase (Thum) über 4x100 Meter in 42,84 Sekunden sensationell zu Gold stürmte und dabei sogar die Jamaikanerinnen abhängte. Grund genug, für die Stadt Wetzlar „ihre“ Athletin mit einer kleinen Feierstunde im Rathaus zu ehren.


Lisa Mayer mit Trainer Rüdiger Harksen (Foto: Priedemuth)

„Bereits in Florida stellte sich eine gewisse Leichtigkeit ein. Training bei guten Bedingungen, nette Bungalows mit Viererbelegung und eigenem Pool. Das hat gepasst. Auch die Testläufe unter Wettkampfbedingungen liefen gut, auch wenn hier der Rückenwind etwas zu stark anschob. Über Miami ging es dann nach Nassau. Die Unterkunft am Strand ließ dann schon ein gewisses Karibik-Feeling aufkommen, auch wenn das Wetter hier nicht ganz optimal war. Über 4x200 Meter hatte ich dann im Vorlauf mein erstes Rennen der Saison über die längere Sprintstrecke und war dementsprechend nervös. Hier war schon vorab geklärt, dass ich nur in der ersten Runde dabei bin. Ich sollte bei den 4x100 Metern nicht zwei Läufe über 200 Meter in den Beinen haben. Mit einer Medaille haben wir schon geliebäugelt, jedoch eher Bronze, ganz eventuell Silber. Der Titelgewinn war dann schon unglaublich. Bei der Siegerehrung direkt nach dem Rennen hatte ich dann richtig Gänsehaut. Es war eine Art Fassungslosigkeit, als man da ganz oben stand und die Hymne hörte. Das gibt mir viel Motivation“, fasste die Olympionikin ihre Erlebnisse vor den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport im Rathaus zusammen.

Mayer-Coach Rüdiger Harksen stellte seinem Schützling ein Top-Zeugnis aus. „Wir arbeiten ja erst ein knappes Jahr zusammen. Lisa ist ein großes Talent mit einem phantastischen Charakter, professioneller Einstellung und klaren Zielvorstellungen. Bei ihren Leistungen ist noch reichlich Luft nach oben. Wir wollen uns aber bei der Entwicklung Zeit lassen und denken eher in olympischen Zyklen. Man darf nicht vergessen, dass Lisa ja noch Juniorin ist. Die Aufgabe ist, sie behutsam nach oben zu führen. Im Winter haben wir viel am Start gearbeitet.“


HLV-Vizepräsident Martin Rumpf, Rüdiger Harksen, Lisa Mayer, Volker Beck (Foto: Priedemuth)

Wie geht es jetzt in der Saison bei Lisa Mayer weiter? „Der Fokus liegt in diesem Jahr ganz klar auf den 200 Metern. Hier möchte ich bei der WM in London über 200 Meter an den Start gehen. Hierfür ist wohl eine Zeit von 22,85 Sekunden nötig. Als Saisonauftakt sind die 100 Meter in Flieden angedacht. In der Woche danach geht es dann in Weinheim über 200 Meter. Um sich auch einmal großer internationaler Konkurrenz zu stellen, haben wir für das Diamond League Meeting in Oslo angefragt“, verrät die 21-jährige Germanistik- und Geografiestudentin. Momentan ist Mayer schon wieder unterwegs. Zusammen mit Harksen und seinem Team hält sie sich zum Training auf den Kanaren auf.

Jens Priedemuth

Hier geht‘s zum Sendebeitrag von Rhein-Main TV über den Empfang

 


09.05.2017