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Aus für den Werfercup in Wiesbaden


Peter Schulte, Moderator Olaf Wagner, Ute Schulte, Sohn Jörg Schulte (Foto: privat)

Es war am Samstag, 13. Mai 2017, zwischen 18 und 18.30 Uhr, als der Abschied verkündet wurde. Die Tagessieger heißen Gerd Kanter (Estland/65,87 Meter) und Claudine Vita (SC Neubrandenburg/63,47), weitere WM-Normen gab es für Martin Wierig (65,57), Anna Rüh (beide SC Magdeburg/63,05) und Kristin Pudenz (SC Potsdam/62,89); persönliche Rekorde für den Schweden Simon Petterson (64,77) und den Magdeburger David Wrobel (64,66). Nicht zu vergessen der neue Hausrekord von Alicia Schilling vom TSV Korbach (50,37), die Dritte des U23-Wettbewerbs wurde. Sabine Rumpf (55,38) und Julia Bremser (beide LSG Goldener Grund/54,08) dominierten den B-Wettkampf der Frauen, Marius Rosbach (TV Elz (52,21) wurde Zweiter in der B-Konkurrenz. Im U18-Kugelstoßen hatte Lara Herdner (LG VfL/SSG Bensheim) mit 14,97 Metern den zweiten Platz belegt. Sie alle und viele andere sind zum letzten Mal beim Werfercup des Wiesbadener LV (WLV) am Start gewesen. Denn die 22. Auflage war zugleich die letzte. Meetingdirektor Peter Schulte zieht einen Schlussstrich. „Wir haben eine Veranstaltung von Athleten für Athleten auf die Beine gestellt und waren eine verschworene Gemeinschaft“, sagte der 70-Jährige. „Wir werden uns in irgendeiner Form wiedersehen.“


Olympiasieger Gerd Kanter im Interview mit Rhein-Main TV (Foto: privat)

Hinter Schulte und seinem 40-köpfigen, ehrenamtlichen WLV-Team lagen wieder stressige Wochen, das „treue Fachpublikum“ dankte es ihm mit Präsenz auf den zwei gut gefüllten Tribünen. Schulte wird im Sommer 71, er hat im vergangenen Jahr vier Bypässe gelegt bekommen, die Last der Organisation muss zuletzt auf seinen und den Schultern seiner Frau Ute mächtig gedrückt haben. „Ich bedanke mich, dass Du das alles mitgemacht hast“, sagte er in Richtung seiner Gattin. Es wäre zu hoch gegriffen, von einer Beerdigung erster Klasse zu sprechen - doch ein bisschen war es so. Denn an diesem Samstag waren auch viele ehemalige Werfer/innen und Trainer vor Ort auf dem Werferplatz des Helmut-Schön-Sportparks direkt unterhalb der Tankstelle. Exemplarisch seien genannt: Franka Dietzsch, Karl-Hans Riehm, Lutz Caspers, Jürgen Schult, Dieter Kollark, Bernd Kneißler, Karlheinz Steinmetz, Ralph Diller und nicht zuletzt Anja-Wolf-Blanke, die Präsidentin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV).

Die „unendlichen Weiten“, die Stadionrekorde, waren noch auf der alten Segelwiese erzielt worden, die später der Fußballarena für den SV wehen Wiesbaden weichen musste. 1997 von Lars Riedel mit 71,50 Meter, 1999 von Franka Dietzsch (69,51). Betroffen waren alle, einige hatten Tränen in Saugen, auch Moderator Olaf Wagner. Wierig sagte stellvertretend für die Athleten: „Danke schön und bleibt so, wie ihr seid.“


HLV-Präsidentin Anja Wolf-Blanke verleiht Peter Schulte die silberne DLV-Ehrennadel (Foto: privat)

Wolf-Blanke hatte Schulte zwei Stunden vor der Bekanntgabe von dessen Rückzug noch die silberne DLV-Ehrennadel verliehen. Die HLV-Ehrennadel in Bronze (1971) und Silber (1996) befindet sich schon in seinem Besitz. Nun zieht sich Schulte - verdienter Kampfrichter und Trainer, Gründungsmitglied des WLV, Pressewart des HLV-Kreises Wiesbaden, Mitorganisator von hessischen und süddeutschen Meisterschaften sowie Initiator des Werfercups - endgültig zurück. Nur wenige Wochen, nachdem er den WLV-Vorstandsvorsitz an Rainer Welteke abgegeben hat.

Bei der 22. Auflage des Werfercups, einer Veranstaltung mit internationalem Zuschnitt, die zugegeben eher eine Nische bedient, waren Stadtpolitiker mittags vor den Hauptwettkämpfen vor Ort. So Rainer Pfeifer (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Freizeit und Sport, und sein Stellvertreter Michael David (SPD). Oberbürgermeister und Veranstaltungs-Schirmherr Sven Gerich (SPD) hatte laut Facebook einen prall gefüllten Samstagplan mit anderen Terminen: dem „Tag der Sportvereine“ auf dem Schlossplatz, dem zweimaligen Besuch des Sekttags bei dem Unternehmen Henkell sowie einem medienwirksamen Seifenkistenrennen im Stadtteil Naurod. Die Landespolitik vertreten hat Ingmar Jung (CDU), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Uwe Martin

 


14.05.2017