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Bühler im Halbfinale raus, Heinig auf Platz 39


Matthias Bühler, ganz rechts - ein Mann deutlicher Worte (Foto: Jens Priedemuth)

Matthias Bühler von der LG Eintracht Frankfurt ist bei den Weltmeisterschaften in London am Sonntagabend im Halbfinale über 110 Meter Hürden ausgeschieden. Der 30-Jährige wurde im zweiten Lauf nur Letzter in 13,79 Sekunden. Im Vorlauf hatte der Wahl-Frankfurter als Sechster 13,52 Sekunden erreicht, blieb damit sechs Hundertstel über seiner Saisonbestleistung und erreichte über die Zeitschnellstenregel die nächste Runde. Nach seinem Ausscheiden kritisierte Bühler, der die WM als Gesamt-21. beendete, im ZDF-Interview das Leistungssport-Fördersystem in Deutschland: „Das war kein schöner Lauf. Ich habe es von Anfang an nicht gut erwischt und die anderen sind sofort weggelaufen. Dann habe ich gebissen und gekämpft, aber Hürdenlauf ist etwas Ästhetisches, das so schwer funktioniert. Ich denke, dass der Leistungssport in Deutschland mehr gefördert werden muss. Das kann so nicht weitergehen. Im nächsten Jahr sind die Europameisterschaften in Berlin, bei denen einen 80.000 Leute anfeuern, obwohl man selbst nicht die Miete zahlen kann. Das kann nicht sein und muss sich ändern.“


Katharina Heinig lief auf Platz 39 (Foto: Jens Priedemuth)

Katharina Heinig hat sich bei ihrem ersten WM-Auftritt achtbar präsentiert. Die 27-jährige Marathonläuferin, die für die LG Eintracht Frankfurt startet, belegte am Sonntagnachmittag auf dem Rundkurs in der britischen Metropole nach 2:39:59 Stunden den 39. Platz. Beste Deutsche war Fate Tola von der LG Braunschweig in 2:33:39 Stunden (Platz 22). Den WM-Titel gewann die gebürtige Kenianerin Rose Chelimo, die seit etwas mehr als achtzehn Monaten für Bahrain startet. Sie benötigte für die 42,195 Kilometer lange Strecke 2:27:11 Stunden und lag nach einem in der Schlussphase dramatischen Dreikampf knapp vor der zweimaligen Weltmeisterin Edna Kiplagat (Kenia/2:27:18) und der zeitgleichen US-Amerikanerin Amy Cragg.

Katharina Heinig sagte den Reportern von leichtathletik.de nach dem Rennen: „Die Strecke war nicht einfach. Ich habe etwas ruhiger angefangen. Dann konnte ich in einer kleinen Gruppe eine Läuferin nach der anderen einkassieren. Die dritte Runde war noch okay, aber die vierte war hart. Ich habe gemerkt, dass die Sonne, die Anstiege und der Gegenwind doch mehr Energie gekostet haben. Hinten raus war es eine Qual, es ging darum, an Läuferinnen dran zu bleiben, sich wieder an neue heranzuziehen. Das habe ich geschafft und mich ein paar Plätze vorgearbeitet. Die Zeit war dann völlig egal. Es ist schön, dass ich unter 2:40 Stunden geblieben bin. Bei einer Bestzeit von 2:28 Stunden erwartet man vielleicht etwas anderes. Aber es war ein Meisterschaftsrennen. Es ist meine erste WM und dafür war es, denke ich, okay. Ich habe jetzt eine Woche Urlaub, dann fange ich wieder mit dem Training an. Im Herbst sind noch Rennen geplant, welche genau, weiß ich noch nicht. Die EM 2018 in Berlin ist das nächste große Ziel. Bei einer WM möchte ich auch sehr gerne wieder starten und dann eine deutlich bessere Leistung abliefern.“ (tin.)

 


07.08.2017