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Laura Hottenrott: Die Leidenszeit ist vorbei


Laura Hottenrott (Foto: privat)

2016 war ein Sahnejahr für Laura Hottenrott: persönliche Bestleistung über 3.000 Meter in der Halle (9:17,08), über 5.000 (15:55,87) und 10.000 Meter (33:43/DM-Platz zwei) und im Halbmarathon (1:15:08). Einziger Ausreißer war ihr Ausstieg bei der DM in Kassel über 5.000 Meter. Zum Jahresabschluss kam noch der Sieg beim größten deutschen Silvesterlauf über 15 Kilometer von Werl nach Soest hinzu. So hätte es durchaus weitergehen können für die 25-jährige Studentin an der Deutschen Sporthochschule Köln, die in Kassel geboren wurde und wie gehabt für ihren Heimatklub Großenritter Sportverein (GSV) Eintracht Baunatal startet. Doch erste Probleme machten sich bereits zum Jahresbeginn 2017 bemerkbar, und Mitte Mai musste Laura Hottenrott ihre Teilnahme an der 10.000-Meter-DM absagen. Der Grund: Ein hartnäckiger Fersensporn unter der Plantarsehne des rechten Fußes. Es dauerte fast den kompletten Sommer, bis die schmerzhafte Blessur mittels Stoßwellentherapie komplett ausgeheilt, die Nordhessin wieder trainieren konnte und belastbar war. „Ich habe immer wieder versucht zu laufen, doch es ist immer direkt schlimmer geworden.“ Nun steht das Comeback von Laura Hottenrott nach der ersten langwierigen Verletzung ihrer Karriere an. Am Sonntag startet sie bei der DM im 10 Kilometer Straßenlauf. Die Leidenszeit ist vorbei.

Zu den Favoritinnen gehört sie jedoch nicht. Gemeldet haben auch Anna Hahner, die eine noch längere Wettkampfpause hinter sich hat und sich zudem über die Formulierung eines Journalisten freuen durfte, dass sie in Bad Liebenzell, das übrigens im Nordschwarzwald liegt, ihre Visitenkarte abgibt. Nun bleibt zu hoffen, dass sie nicht nur das tut, sondern auch rennen wird. Wie auch Mona Stockhecke (Hamburg), eine weitere Marathonspezialistin, Maren Orth und Corinna Harrer (beide Regensburg) sowie die Hindernisspezialistin Jana Sussmann (Hamburg). Sabrina Mockenhaupt, die scheinbar unverwüstliche 36-Jährige, steht ebenfalls in der Startliste. Acht Wochen, nachdem ihr ein Abzess operativ entfernt wurde. Die Konkurrenz ist also groß.


Laura Hottenrott bei der 10.000-Meter-DM 2016 in Celle (Foto: IRIS)

Laura Hottenrott kennt die Meldeliste natürlich. „Das Feld ist stark. Ein Platz unter den besten acht wäre schön für den Einstieg. Ich muss erst mal schauen, wo ich stehe“, sagt sie. Zuletzt hat sich Laura Hottenrott drei Wochen in der Höhe von St. Moritz (Schweiz) vorbereit, von dort ging die Fahrt direkt nach Bad Liebenzell, wo insgesamt mehr als 700 Teilnehmer starten werden. Die Frauen um 12.15 Uhr. Seit Mitte Juli kann sie wieder „richtig trainieren“, zuvor war sie in einem emotionalen Wellental. „Man denkt immer: Nächsten Monat geht’s wieder - und dann geht’s doch nicht.“ Jetzt ist sie endlich wieder dabei, „und ich freue mich sehr darauf“. Und ihre Wettkampfplanung geht schon über den Sonntag hinaus. Am 1. Oktober steht sie als Vorjahressiegerin beim Halbmarathon in ihrer Wahlheimat Köln an der Startlinie, bis Jahresende stehen weitere Straßen- und Crossläufe im Terminkalender.

Uwe Martin

 


02.09.2017