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49 hessische Athleten in DLV-Kadern


Stabhochspringerin Sarah Vogel (Foto: Benjamin Heller)

Vor ein paar Tagen hat der DLV sein Kaderaufgebot für das EM-Jahr 2018 bekanntgegeben. Wie zu lesen stand, „nach intensiver Prüfung durch den Bundesausschuss Leistungssport im DLV und final abgestimmt mit dem Geschäftsbereich Leistungssport im Deutschen Olympischen Sportbund“. Im Zusammenhang mit der Spitzensportreform in Deutschland kam eine neue Kaderstruktur verklausuliert an die Öffentlichkeit, die aussieht wie folgt: Als Spitze der Pyramide gibt es den Olympiakader (OK), im Aktivenbereich ergänzt vom Perspektivkader (PK) sowie dem Ergänzungskader (EK). Jüngere Talente sind in die Nachwuchskader 1 (NK1/U23), Nachwuchskader 2 (NK2/ U20) und Nachwuchskader 3 (NK3/U18) berufen worden. Das PDF mit den insgesamt 586 Mitgliedern umfasst 19 Seiten, aus Hessen sind bislang 49 Athletinnen und Athleten berufen worden. Die Marathonis kommen später hinzu, es dürfte sich personell also noch etwas tun aus hessischer Sicht, Stichwort Katharina Heinig. hlv.de bietet nachfolgend eine Auflistung aller Kader-Mitglieder - eine kurze Analyse kommt zum Schluss. Durchhalten und dranbleiben!


Speerwerferin Lilly Urban (Foto: Jens Priedemuth)

Olympiakader (3)

Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt/Siebenkampf)
Claudia Salman-Rath (LG Eintracht Frankfurt/Siebenkampf)
Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar/200 Meter)

Perspektivkader (9)

Marc Reuther (Wiesbadener LV/800 Meter)
Dennis Biederbick (Wiesbadener LV/800 Meter)
Matthias Bühler (LG Eintracht Frankfurt/110 Meter Hürden)
Dennis Hutterer (ASC Darmstadt/Zehnkampf)
Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck/200 Meter)
Eileen Demes (TV Neu-Isenburg/400 Meter Hürden)
Maryse Luzolo (Königsteiner LV/Weitsprung)
Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt/Hammerwurf)
Carolin Paesler (LG Eintracht Frankfurt/Hammerwurf)

Ergänzungskader (2)

Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt/1.500 Meter)
Julia Gerter (LG Eintracht Frankfurt/Siebenkampf)

Nachwuchskader 1 (6)

Constantin Schmidt (TG Obertshausen/400 Meter)
Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach/1.500 Meter)
Marvin Heinrich (Wiesbadener LV/1.500 Meter
Marc Tortell (TV Rendel/1.500 Meter)
Gianluca Puglisi (Königsteiner LV/Weitsprung)
Vanessa Grimm (LG Reinhardswald/Siebenkampf)


Mittelstreckenläufer Oskar Schwarzer (Foto: Benjamin Heller)

Nachwuchskader 2 (13)

Maximilian Klink (LG Dornburg/800 Meter)
Oskar Schwarzer (TV Groß-Gerau/1.500 Meter)
Marius Abele (SSC Hanau-Rodenbach/Langstrecke)
Julius Hild (SSC Hanau-Rodenbach/3.000 Meter Hindernis)
Sebastian Arnold (TuS Weilmünster/Hammerwurf)
Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt/Zehnkampf)
Elena Kelety (Königsteiner LV/400 Meter)
Eva Dieterich (Grün-Weiß Kassel/Langstrecke)
Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach/Langstrecke)
Gina-Marielle Schürg (TV Rendel/Langstrecke)
Miriam Sinning (LG Eintracht Frankfurt/100 Meter Hürden)
Sarah Vogel (LG Seligenstadt/Stabhochsprung)
Marshella Foreshaw (Königsteiner LV/Siebenkampf)

Nachwuchskader 3 (11)

Aaron Heinz (MTV Kronberg/110 Meter Hürden)
Moritz Mainka (Wiesbadener LV/110 Meter Hürden)
Max Grabosch (SSC Hanau-Rodenbach/3.000 Meter Hindernis)
Julius Franzen (TSG Gießen-Wieseck/Dreisprung)
Antonia Dellert (LG Seligenstadt/100 Meter)
Leia Holtwick (TV Groß-Gerau/200 Meter)
Sophia Volkmer (LG Wetzlar/800 Meter)
Fabienne Fliedner (TSV Friedberg-Fauerbach/400 Meter Hürden)
Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau/Hochsprung)
Jette Priedemuth (Königsteiner LV /Hammerwurf)
Lilly Urban (TV Bermbach/Speerwurf)

Nachwuchskader 3 plus (5)

Daniel Regenfuß (TV Langen/200 Meter)
Sasha Müller (SSC Hanau-Rodenbach/Langstrecke)
Anna Schösser (HTG Bad Homburg/800 Meter)
Lara Tortell (TV Rendel/1.500 Meter)
Lara Kohlenbach (Königsteiner LV/Siebenkampf)


Marshella Foreshaw und Lara Kohlenbach (Foto: IRIS)

Beginnen wir mit dem Positiven: Hessen ist endgültig zum Bundesland der Mehrkämpfer geworden - insgesamt acht Athletinnen und Athleten in den Kadern von Olympia bis 3 plus sind ein machtvolle Größe. Und auch die Stärke der Mittel- und Langstreckler sowie der Sprinter ist hinlänglich bekannt. Ebenfalls bemerkenswert: vier Hammerwerfer/innen in den DLV-Kadern.

Nicht erfreulich, aber nicht neu: Hessen hat so gut wie keine (inter-)national konkurrenzfähigen Hoch- und Dreispringer. Auch in den Speerwurfkadern findet sich mit Lilly Urban nur eine Athletin. Im Weitsprung sind es in Maryse Luzolo und Gianluca Puglisi immerhin zwei Hessen. In den Kugelstoß- und Diskuskadern herrscht die komplette Abstinenz.

Was ebenfalls auffällt: Michael Pohl, ab dem 1. Januar 2018 für das Sprintteam Wetzlar startberechtigt, in der Halle Vierter der deutschen Meisterschaften und im Sommer sogar Zweiter mit 10,26 Sekunden, wird in keinem DLV-Kader geführt. Wie Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt), er erreichte bei der WM in London immerhin das 1.500-Meter-Halbfinale. Dass der gebürtige Äthiopier fehlt, ist laut Bundestrainer Georg Schmidt nicht leistungsmäßig, sondern darin begründet, dass Tesfaye „viele eigene Ideen für sein Training hat“. Anders gesagt: sich nicht in ein System mit terminlich festgezurrten Trainingslagern etc. einbinden lassen möchte. Darüber gibt es ein klares Commitment zwischen Tesfaye, Schmidt und Teilzeit-Heimtrainer Wolfgang Heinig.

Ein Name, der vehement überrascht in den Kaderlisten, ist jener von Julia Gerter (LG Eintracht Frankfurt). Die 23-jährige ehemalige Weitspringerin (Bestleistung 6,35 Meter, 2012 für das LAZ Gießen) war vor drei Jahren unter Trainer Volker Beck auf die Stadionrunde (ohne und mit Hürden) umgestiegen, nun soll sie bei Erfolgscoach Jürgen Sammert zu ihrer ehemaligen Spezialdisziplin zurückgekehrt sein. Und gehört dem sogenannten Ergänzungskader an, wohlgemerkt im Siebenkampf. Über diese Konstruktion, die wohl eine Art Trainingskooperation mit Siebenkampf-Vizeweltmeisterin Carolin Schäfer mit sich bringt, wundert sich der Laie; aber selbst Fachleute haben bislang keine belastbaren Informationen. Wie dem auch sei: Vielleicht kommt Julia Gerter, im Jahr 2012 Weitsprung-Elfte der U20-EM, wieder an ihre besten Leistungen heran …

Uwe Martin

 


09.11.2017