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Leichtathletik-Förderverein Hessen ehrt verdiente Trainer

Ein kleines Jubiläum feierte der Leichtathletik-Förderverein Hessen (LFH) am Mittwochabend. Zum fünften Mal waren Trainerinnen und Trainer hessischer Vereine zum gemeinsamen Sai-sonabschluss geladen, „um ihnen eine kleine Anerkennung für ihre unermüdliche Arbeit mit ihren Athleten und in ihren Vereinen auszusprechen zu können“, so LFH-Vorsitzender Jürgen May.

Im neu erbauten Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen konnte May neben rund 40 Trainerinnen und Trainern auch den Präsidenten des Hessischen Leichtathletik-Verbandes Wolfgang Schad sowie zahlreiche Vorstandsmitglieder aus LFH und Landesverband begrüßen.

In seiner Ansprache dankte May den Gästen für ihre engagierte, zeitintensive und meist ehren-amtliche Arbeit. "Ohne sie", so May, "könnten hessische Athletinnen und Athleten kaum jene Erfolge erreichen, über die wir uns alle so sehr freuen." Leider würde die Leistung der Trainer, die hinter den Erfolgen der Athleten steht, allzu oft in den Hintergrund gedrängt. Als kleines Zeichen der Anerkennung ihrer Arbeit für die hessische Leichtathletik überreichte May allen anwesenden Trainern ein Weinpräsent.


Drei Trainern wurde, wie bereits in den Vorjahren, eine besondere Würdigung zuteil.
Als erfolgreichster hessischer Trainer in der Saison 2005 wurde Martin Rumpf (LSG Goldener Grund) ausgezeichnet. In seiner Laudatio hob der HLV-Jugendwart Michael Siegel, langjähriger Weggefährte des Geehrten im Kreis Limburg-Weilburg, hervor, dass Rumpfs Erfolg auf einer gesunden Mischung aus Bescheidenheit und Ehrgeiz bestehe. Trotz seiner großen Erfolge als Trainer, aber auch als Vorsitzender der LSG Goldener Grund sowie des Leichtathletikkreises Limburg-Weilburg bleibe Rumpf stets auf dem Boden. Gleichzeitig sei es ihm gelungen, unter schwierigsten Trainingsbedingungen in Niederselters eine Topathletin zu formen, die in ihrer Altersklasse europaweit derzeit kaum zu schlagen sei. Der 41-jährige ist seit jungen Jahren mit der Leichtathletik und seinem Verein verbunden. Zunächst als Zehnkämpfer aktiv, übernahm er bereits mit 16 Jahren eine eigene Trainingsgruppe. „Wenn man dann noch bedenkt, dass dieser Mann nur über eine F-Lizenz verfügt, scheint dies ein Schlag ins Gesicht derjenigen zu sein, die solchen Trainern oftmals jegliche Kompetenz absprechen möchten“, so Siegel. Denn Martin Rumpf sei es zum wiederholten Male gelungen, eine Athletin exakt auf den Saisonhöhepunkt einzustellen. Sabine Rumpf, deren Schwester Rumpf in diesem Jahr geheiratet hat, wurde in Erfurt überlegen U23-Europameisterin im Diskuswurf mit neuem Landesrekord von 60,75 Me-ter. Neben seiner Schwägerin trainiert Rumpf alle Alterklassen seines Heimatvereins, darunter auch die U18-Vizeweltmeisterin im Diskuswurf von 1999, Julia Bremser.


Die Ehrung als langjährig erfolgreicher Trainer ging an Friedrich Schneider (LG Eintracht Frankfurt). Die Würdigung seiner Verdienste übernahm Trainerkollege Günter Eisinger, der zur Recherche über den Lebensweg des gebürtigen Rumänen, dessen Landsfrau Jolanda Balas be-fragte. Die zweifache Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin im Hochsprung, wusste zu be-richten, dass Friedrich Schneider in seiner Heimat mit einer Bestleistung von 64,04 Metern zu den besten Hammerwerfern zählte. Der inzwischen 64-Jährige, der durch eine ausgesprochene Ruhe sowie Höflichkeit imponiert, war zwischen 1971 und 1973 im Trikot von Steaua Bukarest rumänischer Meister und vertrat seine Landesfarben beim Europacup. Vor rund zwanzig Jahren kam der Sportlehrer in die Bundesrepublik. Als Trainer bei Eintracht Frankfurt, HTG Bad Hom-burg und TSG Nord-West Frankfurt machte er sich vor allem im Wurfbereich einen Namen. Für den Hessischen Leichtathletik-Verband wirkte er lange Jahre als Kadertrainer. Zu seinen erfolg-reichsten Athleten zählt die bereits erwähnte Sabine Rumpf, die er im D2-Kader als damals 14-Jährige mit den Anfängen des Diskuswurfs vertraut machte und bis vor vier Jahren betreute. Seinen Sohn Gert-Peter führte er 1997 zur Deutschen Jugendvizemeisterschaft im Hammerwurf. Aktuell betreut Friedrich Schneider unter anderem die Brüder Christoph und Marion Labisch, die im Kugelstoß und Diskuswurf alleine in diesem Jahr sechs hessische Meistertitel errangen.


Für insbesondere im Jugendbereich erfolgreiche Trainertätigkeit wurde Volker Weber (TSV Friedberg-Fauerbach) ausgezeichnet. Die Laudatio übernahm Webers gegenwärtig erfolg-reichster Athlet, der U20-Europameister über 4x100m Nils Müller. Er beschrieb seinen Trainer als den guten Geist des Vereines, als Vorbild für Menschlichkeit, soziale Einstellung und uner-müdliches Engagement. Seit mehr als 35 Jahren ist Volker Weber als Trainer aktiv. Seine eigene sportliche Karriere als Mehrkämpfer gab er früh zu Gunsten der Athletenbetreuung auf, auch wenn er im Seniorenalter noch hin und wieder Ausflüge bis zu Deutschen Meisterschaften als Sprinter wagte. Seit Anbeginn kümmert sich Weber vor allem um den Nachwuchs seines Ver-eins, den er regelmäßig bis zu nationalen Titelkämpfen führt. Neben seiner Trainertätigkeit übt Volker Weber seit 1970 zahlreiche weitere ehrenamtliche Funktionen aus. Im Verein hatte er die unterschiedlichsten Funktionen inne. Heute fungiert er als Sportwart und Geschäftsführer des TSV sowie Vorsitzender des Fördervereins. Die gesamte Familie des 53-Jährigen ist eng it der Leichtathletik verbunden. Seine Frau Sieglinde zählte zu den ersten durch den LFH geehrten Trainer im Jahre 2000. Sein jüngerer Sohn Michael ist Mitglied der Sprintstaffel des Vereins, die in diesem Jahr zwei deutsche Vizemeisterschaften erringen konnte. Der ältere Sohn Chris-tian engagiert sich im Wettkampfbüro und steuerte Videoaufnahmen zur Wettkampfanalyse bei.

Die drei ausgezeichneten Trainer erhielten als besondere Anerkennung jeweils eine Grafik des Künstlers Udo Kneffel, die deutliche Bezüge zur favorisierten Disziplin der Geehrten erkennen lässt.


Anja Wolf-Blanke

 


11.11.2005